Götterdämmerung und andere Werke aus Wagners Ring an der Oper Halle

Foto: © Gert Kiermeyer – Lisa Livingston (Brünnhilde), Andreas Schager (Siegfried)

oper goetterdaemmerungUm fünfeinhalb Stunden Wagner – incl. Pause – anzuschauen, muss man schon ein eingefleischter Wagner-Fan sein, und davon scheint es in Halle und der Region viele zu geben. Bis auf den letzten Platz war die Oper Halle am Sonnabend zur Premiere der „Götterdämmerung“ besetzt, darunter auch viele Zuschauer aus der „Wagner-Stadt“ Leipzig.

Im letzten Teil der Ring Tetralogie geht es um die Liebe zwischen dem heldenhaften Siegfried und Brünnhilde und deren Verrat, aber auch um die Gier nach Macht und den verheerende Folgen, symbolisiert durch die Jagd nach dem Ring der Nibelungen. Dieser ist mit einem Fluch belastet, wenn er in die den falschen Händen gelangt. Es kommt zu einigen Wirrungen und Intrigen, Siegfried verliert nach einem Trunk von Gutrune das Gedächtnis, entführt Brünnhilde und übergibt sie Gunther, es selbst freit Gutrune. Der Fluch des Ringes wirkt, erst nach dem Tod Siegfrieds (Brünnhilde hatte seine verletzbare Körperstelle an Hagen verraten, der ihn mit den Speer tötet) und Gunthers erkennt Brünnhilde die Täuschung und gibt den Ring an die Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde zurück, der Fluch ist aufgelöst.

In eindrucksvoller Kulisse singen Andreas Schager (Siegfried),  Gerd Vogel Gunther (Alberich), Christoph Stegemann (Hagen) und  Lisa Livingston (Brünnhilde).  Anke Berndt (Gutrune), Gundula Hintz (Waltraute) und die drei Nornen Ceri Williams, Gundula Hintz und Romelia Lichtenstein gehören genauso wie die drei Rheintöchter Ines Lex (Woglinde), Melanie Hirsch (Wellgunde) und  Sandra Maxheimer (Floßhilde) zu den Solisten. Der Opernchor hat seine großen Momente im 2. und 3. Aufzug mit eindrucksvoller Choreografie (Choreinstudierung Jens Petereit). Die musikalische Leitung hat GMD Karl Heinz-Steffens inne, der die Staatskapelle Halle gewohnt zuverlässig führt. Nach dieser Spielzeit wird Steffens, der  auch Initiator des Projektes war, Halle verlassen. Inszenierung, Bühne und Kostüme liegen in der Verantwortung von Hansgünther Heyme vom Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen.

Das Bühnenfestspiel  »Der Ring des Nibelungen« von Richard Wagner ist eine Koproduktion der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle  mit dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen in Kooperation mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Begonnen haben die Aufführungen im November 2010 und im Wagner Jahr 2013 wird in Halle innerhalb einer Woche der gesamte Zyklus gespielt. Da die Karten für diese Aufführungen schon ausverkauft sind, haben sich die Bühnen Halle entschlossen, im Jahr 2014 noch einmal den Ring aufzuführen.

Gisela Tanner  www.tannertext.de

Foto: © Gert Kiermeyer – Lisa Livingston (Brünnhilde), Andreas Schager (Siegfried)

Da sich die Handlung erst im Zusammenhang mit der eigenen Entwicklungsgeschichte des Komponisten erschließt, bieten die Bühnen halle ein Rahmenprogramm an: WAGNER HÖREN UND VERSTEHEN Vier Einführungsvorträge zu »Der Ring des Nibelungen« mit Stefan Mickisch am Flügel
Mehr Informationen hier: http://www.buehnen-halle.de/index.php/oper-ballett/ring-zyklus.html