Genscher eröffnete höchstpersönlich Ausstellung „Einheit in Freiheit“

Er war einer der bekanntesten Außenminister der Bundesrepublik und seine Ausspruch „Ihre Ausreise wurde heute  genehmigt“  im Wendeherbst 1989 vor der Deutschen Botschaft in Prag wurde legendär. Am vergangenen Sonnabend ließ es sich Hans-Dietrich Genscher nicht nehmen, persönlich an der Ausstellungseröffnung  in der Begegnungsstätte Deutsche Einheit, seinem ehemaligen Geburtshaus,  teilzunehmen. Mit ihm trafen sich bekannte Größen aus Politik und Wirtschaft, aber auch Hallenser, um die Ausstellung „Einheit in Freiheit“ erstmals  in Augenschein zu nehmen. Der Andrang war so groß, dass mehrere Besuchergruppen gebildet wurden, um sich die Dokumente  anzusehen. Wie Uwe Lühr, Leiter des Regionalbüros der Friedrich Naumann-Stiftung im Genscherhaus, mit einem Augenzwinkern bei einer Führung betonte, habe man weder Kosten, noch Mühen gescheut, in der Ausstellung selbst ein Stück Mauer wieder aufzubauen – glücklicherweise nur, um den einschneidenden Schritt des Mauerbaus zu dokumentieren.

Neben Vertretern der Erhard-Hübner-Stiftung und der Friedrich-Naumann-Stiftung sprachen auch Staatsministerin Cornelia Pieper und Hans-Dietrich-Genscher selbst zu den zahlreich erschienenen Besuchern. Genscher betonte, dass er sich über die Deutsche Einheit von Herzen freue, aber auch an die Menschen denke, die dabei zu Opfern wurden.

Die Idee zur Ausstellung „Einheit in Freiheit“ hatte Dr. Gerhard Söltenfuß, Bereichsleiter Politische Bildung und Begabtenförderung der Naumann-Stiftung.  In sieben Räumen werden historische Ereignisse in chronologischer Reihenfolge gezeigt, angefangen bei den liberalen Wurzeln, über die Weimarer Rebublik, den Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit bis hin zur deutschen Teilung. Die Entwicklung der BRD und der DDR werden,  durch eine symbolische Mauer getrennt, dargestellt.  Natürlich werden auch die Friedliche Revolution 1989 und die Wiedervereinigung  – auch unter dem Gesichtspunkt des Anteils der liberalen Politik daran – dargestellt, genauso wie der Verfall der Blöcke in Europa zu dieser Zeit.

Gisela Tanner www.webredakteurin.com