Fußwege als Parkplätze?

weihrichIn der Presse wurden Überlegungen der Stadtverwaltung bekannt, Fußwege verstärkt auch als Parkplätze zu nutzen. Dietmar Weihrich, Stadtrat und Landtagsabgeordneter für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, meint dazu: „Der Vorschlag der Stadtverwaltung zeugt von einer vollkommen unzeitgemäßen Verkehrspolitik. Gerade in stark verdichteten Stadtteilen wie dem Paulusviertel muss konsequent auf den nicht motorisierten Verkehr gesetzt werden. Das bedeutet, die Pkw-Nutzung zu reduzieren und andere Fortbewegungsarten attraktiver zu machen. Nur dadurch kann es gelingen, die Lebensqualität in diesen Stadtvierteln zu verbessern. Der Weg in die autogerechte Stadt der 70er Jahre des letzten Jahrtausends kann keine Alternative sein“.
Trotz holprigem Pflaster, fehlender Radabstellmöglichkeiten und zugeparkter Straßen weise zum Beispiel das Paulusviertel die höchsten Radverkehrsanteile in Halle auf, betont Weihrich. Das zeige, dass die Bevölkerung für neue Wege in der Verkehrspolitik aufgeschlossen ist. „Wer bei begrenztem Platz noch mehr Parkmöglichkeiten schafft, trägt dazu bei, dass die Pkw-Nutzung auf Kosten des nicht motorisierten Verkehrs zunimmt.“ ergänzt der Umweltpolitiker.

Die Stadt Halle ist gerade in einem bundesweiten Fahrradklimatest auf Platz 27 von 38 Städten mit über 200.000 Einwohnern gelandet. Die drei Gewinnerstädte dieses Tests Münster, Freiburg im Breisgau und Karlsruhe, die auch für ihre Anstrengungen den Umweltverbund zu stärken bekannt sind, haben hohe Imagewerte aufzuweisen und sind ökonomisch erfolgreich.

Quelle und Foto: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN