Fremde Welten – die Natur musikalisch erkundet mit persischer und europäischer Musik

Foto: © G.Tanner

Es zeigt sich immer wieder, dass es bei den Händel-Festspielen lohnend ist, nicht nur die bekannten Klassiker zu besuchen. Ein besonderes Erlebnis boten in dieser Woche im Festsaal der Leopoldina „Imago Mundi“ in Zusammenarbeit mit der „Neuen Hofkapelle Graz“. Unter dem Titel „Flammende Rose, Zierde der Erde“ waren die Musiker Naturdarstellungen in persischer und europäischer Musik auf der Spur, u.a. mit Worten und Musik von G. F. Händel, Saadi, J. Ph. Rameau, Attar und E. Moulinié. Unter der künstlerischen Leitung von Sofie Vanden Eynde (Laute, Theorbe) musizierten und sangen Catalina Bertucci (Sopran), Maryam Akhondy (Gesang), Lucia Froihofer (Barockvioline), Michael Hell (Flöte, Cembalo),  Lies Wyers (Viola da gamba), Nariman Hodjati (Tar) und Hadi Alizadeh (Daf und Tonbak).

In einem Prolog zogen die Musiker in den Saal ein. Den Zuschauern bot sich im Ambiente des festlichen Saals der Leopoldina eine Variationsbreite der Musik, die ihresgleichen sucht, mal laut, mal leise, mal nachdenklich, mal fröhlich. Klassische Arien wechselten mit getragenen Volksliedern ab. Schwermütiges gab es genauso wie  fröhliche Tanzlieder. Andächtig wurde es, wenn Catalina Bertucci Händels „Süße Stille, sanfte Quelle“ besang oder  wenn sich Maryam Akhondy in der Improvisation vom „Bitterwein“ wünschte, einen Augenblick „von der Welt und ihrer Bosheit auszuruhn“. Fröhlich und ausgelassen ging es zu, als alle Musiker die österreichische Melodie von „Alten Dudelsack“ spielten oder am Schluss Maryam Akhondy das Lied vom „Saki“ sang.

Dier Natur gilt als ewige Inspirationsquelle der Künstler, ganz gleich, in welcher Region unserer Erde sie leben und lebten. Bekannt sind Händels „Neun Deutsche Arien“ , in der er Naturlyrik von B. H. Brockes vertonte. Auch persische Dichter nutzten Naturbeschreibungen und Naturmetaphern in ihren Werken.

Sofie Vanden Eynde, künstlerische Leiterin,  ist es an diesem Abend gelungen, die unterschiedlichen Kulturen musikalisch zu vereinen. Sängerinnen und Musiker, alle virtuos in ihren Stimmen und auf ihren Instrumenten, bereiteten den begeisterten Gästen im Saal einen unvergesslichen Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Gisela Tanner