Frauenpower in Halle – Festival WOMEN IN JAZZ

Zum Höhepunkt des Jazzfestivals gehören auch drei Uraufführungen:

Zum Eröffnungskonzert, am 2. Februar 2013, in der Oper Halle, erwartet das Publikum „ein Meer von Tönen“. Mittendrin die vielseitige Berliner Sängerin CRISTIN CLAAS. Cristin Claas hat sich in den vergangenen Jahren aus ihrer Zusammenarbeit mit dem Pianisten Christoph Reuter und dem Gitarristen Stephan Bormann zu einer der kreativsten Sängerinnen in Deutschland entwickelt. Musikalisch sieht sie sich als Jazzsängerin, die für Einflüsse aus den verschiedensten musikalischen Sphären offen ist. Bewusst nutzt Sie Chanson, Pop, traditionelle, aber auch volksmusikalische Einflüsse um ihre Songs zu gestalten. Ihre Nähe zur Barockmusik lässt die hallesche Uraufführung erahnen. Hier arbeitet Sie mit ihrer Band l’arc six und der Staatskapelle Halle zusammen. Arrangiert von Christoph Reuter und dirigiert von Jan Michael Horstmann werden neue und bekannte Songs der Künstlerin in einer neuen orchestralen Fassung präsentiert.

Ganz auf den Musikgeschichte der Stadt Halle ausgerichtet, ist die Uraufführung der japanischen Pianistin MAKIKO. MYSTERIES OF LIFE – THE HÄNDEL EXPIRIENCE ist der Konzerttitel der in Dänemark lebenden Künstlerin. Die Basis ihres Projektes bildet das Oratorium „THE MESSIAH“, des in Halle geborenen Komponisten Georg Friedrich Händel.  Ihre Mutter hat als Choristin oft an Messiah-Aufführungen in Japan mitgewirkt, so dass dieses Werk Makiko seit ihrer Kindheit vertraut ist. Mit der Uraufführung, am Samstag, den 9. Mai in der Oper Halle, „möchte ich die Kraft und die Mysterien des Lebens beschreiben, unabhängig von Religion. Verschiedenste Elemente des Messias inspirieren mich zur Bearbeitung. Seien es seine kontrapunktischen, seine Kanons, seine Melodien und vor allem auch seine rhythmischen Momente.“ Jedes einzelne dieser Elemente hat Wucht genug, so Makiko,  um eine zeitgemäße Bearbeitung zu „ertragen“ und in einem Jazzkontext zu bestehen. Essentielle Basis hierfür ist das Zusammenwirken der beteiligten Musiker.  Mit Marilyn Mazur und Klavs Hovman arbeitet Makiko seit vielen Jahren zusammen. Alle drei haben ihre eigene, ausgezeichnete Vita. Im Trio verstehen sie sich auf der Bühne blind. Es stellt das Rückgrat des Projektes, das ergänzt wird durch das Thomas Prokain Streichquartett und einen kleinen 4-stimmigen Chor, den Kammerchor der Martin Luther Universität. Übrigens finden die Endproben erst während des Festivals in Halle statt.

Das Festivalfinale ist ein Gipfeltreffen am Jazzpiano. Zwei der besten europäischen Jazzpianistinnen begegnen sich in einem Konzert an zwei Flügeln. Am 10. Februar, in der Konzerthalle Ulrichskirche trifft die italienische Jazzpianistin Rita Marcotulli die deutsche Jazzpianistin Julia Hülsmann. Rita Marcotullis, die mit vielen wichtigen Jazzmusikern zusammen gespielt hat, entwirft wunderschöne Melodien. Es ist der Einfluss von Ennio Morricone, einem guten Freund der Familie, aber auch die klassische Ausbildung und die besondere Beziehung der Künstlerin zu dieser Musik. Julia Hülsmann gilt als Lyrikerin des deutschen Jazz. Erst mit der Gründung ihres eigenen Trios konnte sich die besondere Ästhetik der Künstlerin in Komposition und Spiel entfalten. Die bei ECM produzierten Alben „The End of A Sommer“  und „Imprint“ sind musikalische Sternstunden für den deutschen Jazz.  Ein spannendes Finale, welches ganz sicher über die Spielfreude und Kreativität der beiden Pianistinnen das Publikum in ihren Bann zieht.

Auch Künstlerinnen, wie Malia (GB/Malawi), Ingrid Lukas (Estland), Sidsel Endreßen (Norwegen), Isabelle Olivier(Frankreich), Angelika Niescier (Deutschland), Lily Dahab (Argentinien/D) und Kgomotso Tsatsi (Südafrika) werden das Festival bereichern.

Information: www.womeninjazz.de

Quelle: Veranstalter
Foto: Saalereporter – Janis Kapetsi (v.l.) und Ulf  Herden bei der Eröffnungspressekonferenz