Franca Bartholomäi erhält Kunstpreis Sachsen-Anhalt

Franca Bartholomäi - Cronos, 2011, aus dem Zyklus "Allegorien Null Elf", Aufenthaltsstipendium Wiepersdorf 2011

Franca Bartholomäi - Cronos, 2011, aus dem Zyklus "Allegorien Null Elf", Aufenthaltsstipendium Wiepersdorf 2011
Franca Bartholomäi – Cronos, 2011, aus dem Zyklus „Allegorien Null Elf“, Aufenthaltsstipendium Wiepersdorf 2011
Die Kunststiftung gratuliert ihrer Stipendiatin Franca Bartholomäi zum Kunstpreis Sachsen-Anhalt.  Franca Bartholomäi war Stipendiatin der ersten Stunde der Kunststiftung und wurde als herausragende Künstlerin seit deren Bestehen mehrfach gefördert. Unter anderem erhielt sie für ihr Vorhaben „Allegorien Null Elf“ ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, dessen Ergebnisse im Rahmen der Ausstellung „Von hier aus“ in den Ausstellungsräumen der Kunststiftung präsentiert wurden.

Während der Zeit ihres Internationalen Arbeitsstipendiums im ISCP in New York entstand der Holzschnittzyklus „Stilles Volk“, welcher sich heute in der renommierten Kunstsammlung des Bundestages befindet. Im Jahr 2009 gewann Franca Bartholomäi den von Landeskunststiftung ausgelobten Wettbewerb zur Neugestaltung des Katharinenaltars im Dom zu Magdeburg. Die Künstlerin überzeugte die Jury mit ihrem überragenden Entwurf zeitgemäßer Symbolik und eigenständiger Interpretation des sakralen Themas.

Neben zahlreichen deutschlandweiten Ausstellungsbeteiligungen kann Franca Bartholomäi auf einige bedeutende Einzelausstellungen zurückblicken, unter anderem auf den von der Landeskunststiftung geförderten Beitrag „Kulissenkinder“ in der Stage Back-Gallery in Shanghai (China), zur Präsentation des Bundeslandes Sachsen-Anhalt am Deutschen Pavillon „balancity“ während der EXPO 2010. Zuletzt vertrat die Grafikerin im September diesen Jahres zusammen mit weiteren ausgewählten Stipendiaten die Landeskunststiftung auf der Kunstmesse Preview Berlin Art Fair.

„Franca Bartholomäis Arbeiten stellen in der gegenwärtigen deutschen Kunstszene eine besonders herausragende künstlerische Position dar. In keinem anderen künstlerischen Oeuvre verbindet sich die Tradition und Ikonografie des Holzschnitts mit romantischen und psychedelischen Motiven des 19. und 20. Jahrhunderts zu Bildern von solcher Ausdrucksstärke. Der Betrachter fühlt sich unwillkürlich an Albrecht Dürer erinnert, an die Holzschnittfolgen des Expressionismus, an eine im besten Sinne deutsche Kunsttradition, die Franca Bartholomäi verinnerlicht hat. Aus Kontrasten und Schattierungen entstehen Konturen, Gestalten und Episoden, die weit mehr als die physisch wahrnehmbare Welt sichtbar machen. Vielleicht ist es ein Teil der magischen Wirkung dieser in Hemisphären und Ereignissen verschachtelten Bilder, dass sie aus ein und demselben Holzstock geschnitten sind und nur durch Kerbung und Schraffur ihre sphärische Identität beziehen.“ – so Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

Franca Bartholomäi wurde 1975 in Hohenmölsen geboren. Sie studierte Grafik bei Prof. Thomas Rug an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wo sie heute einen Lehrauftrag im Bereich Holzschnitt innehat. Die mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnete Künstlerin lebt und arbeitet als freischaffende Grafikerin in Halle (Saale).

Den mit 7500 Euro dotierten Kunstpreis des Landes wird Kultusminister Stephan Dorgerloh am 7. Dezember in der Stiftung Moritzburg überreichen.

Weitere Informationen zu Franca Bartholomäi, ihren Arbeiten und Förderungen  in der Stipendiatendatenbank der Kunststiftung:
www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/web/stipendiatendatenbank/franca-bartholomaei.html