Forschungsstelle Innovative Kommunalentwicklung und Daseinsvorsorge – FINKO gegründet

Foto: ©G.Tanner

Forschungsstelle Innovative Kommunalentwicklung und Daseinsvorsorge – FINKO gegründet

Die Interdisziplinäre Wissenschaftliche Einrichtung Genossenschafts- und Kooperationsforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (IWE GK) hat eine neue Forschungsstelle eröffnet, die sich mit innovativen Konzepten der Kommunalentwicklung und der Daseinsvorsorge beschäftigen wird. Die Gründung der Forschungsstelle Innovative Kommunalentwicklung und Daseinsvorsorge – FINKO erfolgte im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachtagung bereits am 27. Oktober 2017. Exemplarisch für das neue Forschungsfeld wurden dort die Infrastrukturgenossenschaften sowie der Bereich der interkommunalen Kooperation in den Blick genommen.

Vom Dorfladen über das Bürger-Schwimmbad und die Energiegenossenschaft bis hin zur Breitbandgenossenschaft werden unter dem Begriff der Infrastrukturgenossenschaften neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements im Bereich der regionalen und örtlichen Daseinsvorsorge verstanden, an denen sich teilweise auch die Kommunen beteiligen. Vor allem, aber nicht nur in strukturschwachen ländlichen Räumen tragen die Infrastrukturgenossenschaften dazu bei, Einrichtungen der Daseinsvorsorge zu erhalten, die die Kommunen alleine nicht mehr finanzieren können. Es werden aber auch neue Betätigungsfelder für bürgerschaftliches Engagement erschlossen, wie die Energiegenossenschaften und die Breitbandgenossenschaften zeigen. Die Energiegenossenschaften repräsentieren zudem in den letzten Jahren die größte Zahl der Neugründungen im Genossenschaftsbereich.

Zentrale Erkenntnis der Veranstaltung war, dass in den letzten Jahren eine neue Dynamik bürgerschaftlichen und unternehmerischen Engagements im Bereich der Daseinsvorsorge und eine Zunahme von Ansätzen der interkommunalen Kooperation zu verzeichnen sind, wobei die Kommunen in ganz unterschiedlichen Rollen dabei mitwirken können. Zugleich wurde deutlich, dass die ökonomische Wirksamkeit sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen in vielen Aspekten noch einer weiteren Klärung bedürfen. Dazu sollen die Forschungsprojekte der FINKO einen Beitrag leisten.

Die neue Forschungsstelle FINKO wird von dem Juristen Prof. Dr. Winfried Kluth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und dem Wirtschaftswissenschaftler und Stadtökonomen Prof. Dr. Martin T.W. Rosenfeld, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und MLU, geleitet. Beide haben bereits in der Vergangenheit gemeinsam Forschungsvorhaben zu Fragen der Kommunalentwicklung durchgeführt und wollen dies verstärkt fortsetzen.

 

Quelle: MLU Halle

 

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