Fidelio – Premiere am Freitag, d. 15. September 2017, 19.30 Uhr in der Oper Halle

Foto: T.Mergen

Die Spielzeit 2017/18 an der Oper Halle eröffnet am Freitag, d. 15. September um 19.30 Uhr mit Ludwig van Beethovens FIDELIO in einer Inszenierung des Intendanten Florian Lutz, die Beethovens Revolutions- und Freiheitsoper auf die Schattenseiten neoliberaler Markt- und Gesellschaftsreformen befragt. Im sinnlichen Rahmen einer klassisch-opulenten Bühnenästhetik beschäftigt sich der Fidelio an der Oper Halle mit den »Kosten der Freiheit«. Was ist, wenn Kunst sich rechnen muss, und – genau wie alle anderen Lebensbereiche – von der Freiheit des Marktes und der Konkurrenz bestimmt wird?

Fidelio ist die Geschichte der tapferen Leonore, die sich aufmacht, ihren Gatten Florestan aus dem Kerker des Gouverneurs Don Pizarro zu befreien. Unter dem Namen Fidelio gewinnt sie das Vertrauen des Kerkermeisters Rocco und seiner Tochter Marzelline – doch von Don Pizarro ergeht der Befehl, Florestan zu töten, als der Minister Don Fernando eine Inspektion ankündigt.

Beethovens mitreißende Musik ist dabei voller revolutionärer Dringlichkeit und widerständigem Pathos, so dass Fidelio bis heute als eine der wichtigsten Revolutions- und Freiheitsopern des »Deutschen Repertoires« gilt. Nun ist die Freiheit seit dem Entstehen des Werkes im frühen 19. Jahrhundert nicht nur zum höchsten politischen Wert und Grundrecht aufgestiegen, sondern hat sich zugleich als ökonomischer Imperativ der liberalen Gesellschaft und des bürgerlichen Staates offenbart. Die Befreiung der Menschen von staatlicher Bevormundung findet ihr ökonomisches Pendant nicht zuletzt darin, dass sämtliche Lebensbereiche vollständig den Gesetzen des Marktes unterworfen werden. Die Freiheit schlägt auf repressive Weise gegen die Menschen zurück, anstatt sie »zur Freiheit ins himmlische Reich« (Florestan) zu führen.

Diese Schattenseiten der Freiheit im Zeitalter neoliberaler Markt- und Gesellschaftsreformen sind im Fidelio an der Oper Halle ebenso Thema, wie die Folgen der gesellschaftlichen Liberalisierung auf den Theater- und Opernbetrieb selbst. Was ist im 21. Jahrhundert übrig geblieben von Beethovens Freiheitspathos? Was würde passieren, müsste sich sogar der Kerker Don Pizarros mithilfe von Rationalisierungsmaßnahmen auf dem freien Markt behaupten? Die Inszenierung befragt das kritische Vermögen der Oper hinsichtlich ihrer Opulenz, ihres Freiheitsbegriffs und der an sie herangetragenen Erwartungen an das klassisch-romantische Repertoire.

Musikalische Leitung: Christopher Sprenger, Regie: Florian Lutz, Bühne: Martin Miotk, Kostüme: Andy Besuch, Video: Iwo Kurze, Musikalische Assistenz und Einstudierung: Peter Schedding

Florestan Hans-Georg Priese (Gast), Don Fernando Ki-Hyun Park, Don Pizarro Gerd Vogel, Leonore Anke Berndt, Rocco Vladislav Solodyagin, Marzelline Ines Lex, Jaquino Robert Sellier

Staatskapelle Halle, Chor und Extrachor der Oper Halle, Statisterie der Oper Halle

Florian Lutz, Intendant der Oper Halle, inszenierte in der vergangenen Spielzeit Der fliegende Holländer und die Uraufführung Sacrifice von Sarah Nemtsov. Seit 2009 war er regelmäßig an Oper Halle und bei den Händel-Festspielen als Regisseur zu Gast.

Christopher Sprenger ist seit vergangener Spielzeit 1. Kapellmeister der Staatskapelle Halle und dirigierte hier u. a. Carmen, Der fliegende Holländer und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Zuvor war er als Kapellmeister am Oldenburgischen Staatstheater tätig.

Hans-Georg Priese stammt aus Halberstadt und begann seine Karriere als Bariton. 2005 absolvierte er in einen vielbeachteten Fachwechsel ins dramatische Tenorfach, dem wichtige Rollendebüts wie Parsifal, Tannhäuser, Tristan, oder Fidelio folgten. 2011 wurde er von der Opernwelt als »Sänger des Jahres« nominiert. An der Oper Halle wurde er letzte Spielzeit als Einspringer in der Partie des Jim Mahoney in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny gefeiert und debütiert als Florestan im Fidelio nun offiziell.

Anke Berndt gestaltete als langjähriges Ensemblemitglied an der Oper Halle bereits zahlreiche große Partien wie die Arabella in Strauss‘ gleichnamiger Oper, Sieglinde in Wagners Walküre, Agathe in Webers Freischütz und Senta in Wagners Fliegendem Holländer. Gastengagements führten sie neben großen Opernbühnen in ganz Deutschland bereits bis nach Brasilien. Die Leonore in Beethovens Fidelio ist ihr Rollendebüt.

KostProbe: 8.9., 18 Uhr Oper Halle [Eintritt frei]

Premiere: 15.9., 19.30, Oper Halle

Vorstellungen: 24.9., 15 Uhr /22.10., 16 Uhr /28.10., 19.30 Uhr /15.11., 19.30 Uhr /9.12., 19.30 Uhr 2017 /5.1., 19.30 Uhr 2018, Oper Halle

Karten für die Premiere (16,- bis 42,- Euro/ erm. 8,- bis 21,- Euro) für alle weiteren Vorstellungen (16,- bis 34,- / erm. 8,- bis 17,- Euro) sind an der Theater- und Konzertkasse erhältlich.

Schüler und Studierende erhalten eine Ermäßigung von 50% im Vorverkauf oder Last Minute Tickets an der Abendkasse zum Preis von 8,- EURO, solange der Vorrat reicht.

 

Quelle: Bühnen Halle

 

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