Exzellente Bedingungen für Medizinstudierende in Halle

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Absolventen des Masters of Medical Education haben im Rahmen eines innovativen Lehrprojekts die Lehrsituation an der Medizinischen Fakultät evaluiert. Die Absolventen dieses Studiengangs sind ausgebildete Experten für die Lehre in der Medizin. Sie bescheinigen der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität exzellente Studienbedingungen. In drei Arbeitsgruppen beurteilten die Absolventen auf der Grundlage eines Selbstberichts der Fakultät, eines Fragebogens und einer Vor-Ort-Begehung die aktuelle Lehrsituation in Halle. Alle drei Gutachten dieser Expertengruppen kommen zu einem Ergebnis:  Die medizinische Lehre entspricht den modernen Standards und besitzt darüber hinaus einige Alleinstellungsmerkmale.

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist die interprofessionelle Ausrichtung in Lehre und Forschung zwischen Medizinern und Pflegewissenschaftlern. Mit diesem Schritt habe die Medizinische Fakultät „Weitblick bewiesen“. Das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum fand in den Gutachten ebenfalls besondere Erwähnung. Das Zentrum mit seiner beachtlichen räumlichen und inhaltlichen Ausdehnung und der Integration der medizinischen-praktischen Ausbildung in die Pflichtlehre der Fakultät habe „Vorbildcharakter.

Schließlich wurde die Einführung von acht interdisziplinären Themenblöcken in der klinischen Ausbildung sehr positiv hervorgehoben. Der Schlüssel zum Erfolg liegt sicher auch in der engen Vernetzung von Studierenden und Lehrenden sowie in der Einbindung von Studierenden in die Erstellung des neuen Curriculums. So erscheint es fast selbstverständlich, dass den Gutachtern auch die hohe Motivation der Lehrenden und der Studierenden in diesem neuen Curriculum sehr positiv aufgefallen ist.

Potential sehen die Gutachter in der Weiterentwicklung des Evaluationssystems, der Prüfungsmethoden, der Weiterentwicklung der Lehrdidaktik und der Institutionalisierung der Curriculumsreform.  Die Umsetzungen dieser Empfehlungen haben schon begonnen. Gerade wurde bereits ein jährlich stattfindender fakultätsweiter OSCE (objective structured clinical examination), einer strukturierten klinisch-praktischen Prüfungsform, mit 10 Prüfungsstationen durchgeführt. Zukünftig soll ein solcher OSCE für alle klinischen Studienjahre angeboten werden. Zudem wurde die hochschuldidaktische Weiterbildung in das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum integriert, damit werden in diesem Jahr von den Mitarbeitern des Dorothea Erxleben-Lernzentrum weitere 30 Dozenten aus der Hochschulmedizin in modernen Lehr- und Lernformen weitergebildet.

Insgesamt kommen die Absolventen des MME-Studiengangs, der von Professor Martin Fischer (Lehrstuhl für Didaktik und Ausbildungsforschung, LMU München) und Professorin Jana Jünger (Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin, Heidelberg) geleitet wird, zu dem Schluss: „Aufgrund der Erfolge und Erfahrungen mit innovativen Lehrmethoden und Curricula empfehlen wir den Erhalt der Universitätsstandortes Halle für den vorklinischen und klinischen Abschnitt.“

Dieses Gutachten bestätigt ebenso wie die guten Examensergebnisse von 2013 (Halle belegte im schriftlichen deutschlandweiten Examen den ersten Platz unter den ostdeutschen medizinischen Fakultäten), dass die Medizinische Fakultät die an sie herangetragene Kritik ernst genommen und mit strukturellen Veränderungen die Studienbedingungen erheblich verbessert hat.

Quelle: Dr. Dietrich Stoevesandt – Universitätsmedizin