Es weihnachtet im Hof des neuen theaters – mit Rotkäppchen

v.l.n.r.: Paul Sies, Tristan Steeg, Amelie Kriss-Heinrich, Malick Bauer, Ali Aykar © Theater-, Oper und Orchester GmbH Halle, Foto: Anna Kolata

[Foto: Anna Kolata] Dass im Hof des neuen theaters in jedem Jahr ein Weihnachtsmärchen für die gesamte Familie auf dem Plan steht, ist ja schon Tradition. In diesem Jahr hat Theaterintendant Matthias Brenner höchstpersönlich das „Rotkäppchen“ frei nach den Gebrüdern Grimm mit vielen neuen Ideen und weihnachtlichen Akzenten inszeniert. Für die schauspielerische Umsetzung sorgen die Schauspielstudentinnen und -studenten des Studios.

Das Interesse an diesem Weihnachtsspektakel ist wie in jedem Jahr riesengroß und so standen und saßen schon zur Premiere die Zuschauer dichtgedrängt und gut versorgt mit Glühwein und anderen wärmenden Getränken im weihnachtlich dekorierten Theaterhof (Bühne und Kostüme Susanne Cholet).

Ja, und beim Märchen „Rotkäppchen“ ist auch alles nicht mehr so, wie es mal war. Jetzt muss man sich um Nebenverdienste kümmern und stellt Kaugummiautomaten im Wald auf, und damit keines der Waldbewohner in eine Identitätskrise stürzt, bekommen sie alle einen Namen. So erobern Ali Aykar als Wolf „Wulf“,  Paul Sies als schlaue Füchsin „Gisela“, Manuel Thielen als Eichhörnchen „Hilmar“ und Malick Bauer als  Hummel  „Herbert“ die Bühne. Wenn der Wolf „Wulf“ aus dem Hintergrund der Bühne grollt, kann man sich schon mal fürchten und Hummel  „Herbert“ ist wirklich sehr beweglich. Eichhörnchen „Hilmar“ und die schlaue Füchsin „Gisela“ sorgen für den Zusammenhalt der Tiergemeinschaft. 

Aber was wäre das Märchen ohne die Menschen, Rotkäppchen (Amelie Kriss-Heinrich)  lässt sich immer noch vom Wolf täuschen und an eine Stelle locken, an der auch im Winter Blumen blühen.  Das Überreichen des Geschenkkorbes mit Lebkuchen und Glühwein muss deshalb noch etwas warten. Der schüchterne Jäger „Hansjörg“ ( Tristan Steeg) schießt gar nicht gern und ist heimlich in Rotkäppchens Mutter Annegret Edda (Maria Wiersch) verliebt. Großmutter Helene (Edda Maria Wiersch) hat es sich auf dem Canapé gemütlich gemacht und ahnt noch nichts von den Aufregungen, die sie erwarten.

Sie alle sorgen mit großer Spielfreude in bezaubernden Kostümen (Susanne Cholet) für einen munteren, mal heiteren, mal spannenden Abend, der allen Altersklassen – vom kleinsten Kind bis zu den Großeltern – gerecht wird. Eine schöne Geschichte hat sich Matthias Brenner da ausgedacht und bei so viel Engagement auf der Bühne braucht man sich um den Schauspielnachwuchs keine Sorgen zu machen.

Übrigens sind fast alle Vorstellungen ausverkauft, aber mit etwas Glück kann man noch ein paar Restkarten an der Abendkasse erhalten.

 

Gisela Tanner