Es ist vollbracht – Deckengemälde Karl Völkers sind wieder in Schmirma

(c)G.Tanner
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Klaus Völker (Foto rechts), Enkel des Schöpfers der Deckengemälde in der Dorfkirche Schmirma, ist zufrieden, die Gemälde seines Großvaters Karl Völker (1889–1962) sind in restauriertem Zustand wieder an ihrem angestammten Platz. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Noch ist der Innenraum der Dorfkirche nahe dem Geiseltal eingerüstet, aber am Freitag, 17.10.2014, feiert die Gemeinde zusammen mit den Sponsoren und Förderern die Rückkehr der Kunstwerke und die Sanierung des Kirchendaches. Alle Interessierten und Freunde sind eingeladen.

Restaurierung Der Werke von Karl Völkel in SchirmaIn den Jahren 1921/1922 hatte der Künstler 11 Deckenbilder zur Passionsgeschichte für die Dorfkirche geschaffen. Das Besondere an den Werken, es ist die wohl einzige expressionistische Bildfolge im sakralen Raum innerhalb Deutschlands. Bis heute (Dienstag) hat Klaus Völker zusammen mit den Restauratorinnen Uta Matauschek und Sybille Kreft und weiteren Helfern alle Hände voll zu tun, die Gemälde an ihren Platz zu bringen und sicher zu befestigen. Dann wird der Innenraum der Kirche von den Gemeindemitgliedern auf Hochglanz gebracht um am Freitag die Gäste zu empfangen.

Restaurierung Der Werke von Karl Völkel in SchirmaEs hat fast 20 Jahre gedauert, bis die Kirchenbilder endgültig gerettet wurden. Vor sieben Jahre wurde die Karl-Völker-Initiative gegründet. Enkel Klaus Völker – selbst Künstler – bekam so noch mehr Unterstützung. Die beiden Restauratorinnen Uta Matauschek und Sybille Kreft haben die Werke Schritt für Schritt restauriert. Zwischenzeitlich wurden unter dem Titel „Karl Völker. Heilige Geschichten. Der expressionistische Bilderschatz aus Schmirma“ in der Kunststiftung Moritzburg in Halle die Kirchenbilder von Karl Völker gezeigt, fast 3 000 Besucher kamen in die Ausstellung, freut sich Klaus Völker. Zur Vernissage waren die Bewohner Schirmas extra mit einem Bus angereist und brachten Speisen und Getränke mit – ähnlich wie bei einem Abendmahl, meinte der damalige Museumsdirektor Michael Freitag.

Dass die Werke so gut erhalten sind, ist vor allem der Gemeinde Schmirma zu verdanken, die Völkers Kunst auch vor den Nationalsozialisten gerettet hat, deren Aktion „Entartete Kunst“ so manches Werk vernichtet hat. Die Restaurierung war nur dank umfangreicher Spenden möglich, gesammelt von der Karl-Völker-Initiative e. V. . Nachdem die Gemeinde Oechlitz, die Rudolf Augstein Stiftung, die Kirchliche Stiftung Kunst und Kulturgut und die Stiftung Zukunft Spergau die Restaurierung gefördert hatten, kam auch noch eine überraschende Zusage der Hermann Reemtsma Stiftung. Sie gab die gesamte noch ausstehende Summe (70 000 Euro) für die Restaurierung der verbleibenden 7 Gemälde hinzu.

Restaurierung Der Werke von Karl Völkel in SchirmaZur Festveranstaltung werden Pfarrer Hans-Jakob Schröter, Undine Kurth, ehem. MdB und Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages, Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann Reemtsma Stiftung und Michael Freitag, Direktor der Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg sprechen. Die musikalische Umrahmung übernimmt Katharina Hoffmann. Uta Matauschek informiert anschließend Interessierte über die Restaurierung und im Kirchhof gibt es Speis und Trank nach „Schmirmaer Art“.

Mehr Informationen zur Besichtigung, zur Kirche und zu den Gemälden auf der Webseite der Karl-Völker-Initiative

Text und Fotos: Gisela Tanner www.tannertext.de