Endlich – Große Ulrichstraße wieder befahrbar und voll zugänglich

(c)Stadtwerke Halle - (v.r.): Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Matthias Krause, Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Händler Martin Hübener von Schmuckwerk Hübener.
(c)Stadtwerke Halle - (v.r.):  Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Matthias Krause, Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Händler Martin Hübener von Schmuckwerk Hübener.
(c)Stadtwerke Halle – (v.r.)Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Matthias Krause, Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Händler Martin Hübener von Schmuckwerk Hübener

Das Fahren mit der Pendelbahn und das Balancieren zwischen Baustellenabsperrungen in der großen Ulrichstraße hat nun ein Ende. Am 2. Juni 2014 um 4 Uhr rollte die erste Straßenbahn wieder durch die Straße  und der reguläre Fahrplan konnte wieder aufgenommen werden.

Wie die Stadtwerke informieren, wurde nach einem Jahr Bauzeit  am 31. Mai 2014  nach der Torstraße der zweite Meilenstein im Rahmen des  Projektes STADTBAHN Halle fertiggestellt:

„Die nördliche Große Ulrichstraße zwischen der Schulstraße und dem Universitätsring/ Moritzburgring im unmittelbaren Altstadtzentrum der Saalestadt ist umfassend modernisiert und städtebaulich aufgewertet worden. So kann Im Juni werden lediglich Restarbeiten in den Seitenstraßen und vor dem Neuen Theater durchgeführt.“ „Gemeinsam weihten  Halles Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, Prof. Dr. Matthias Krause, Geschäftsführer der Stadtwerke Halle, Gerd Blumenau, Prokurist der Halleschen Verkehrs-AG, mit den Vertretern der neu gegründeten Interessenvertretung Große Ulrichstraße, Janis Kapetsis und Martin Hübener, die Straße ein. Insgesamt rund 6,3 Millionen Euro wurden in die 420 Meter lange Strecke investiert. Das Projekt war nur durch die Förderung des Landes Sachsen-Anhalt, der Städtebauförderung und der Bundesrepublik Deutschland möglich. Zahlreiche Hallenser nutzten die Gelegenheit, beim bunten Straßenfest die neue Straße zu besichtigen.“

… und das sind die Neuerungen:

Es entstanden neue Gleisanlagen und Fahrstromleitungen, barrierefreie Haltestellen und moderne Kommunikationsanlagen. Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, wie Strom-, Gas- und Telekommunikationsleitungen wurde erneuert, ebenso wie die Trinkwasserleitungen inklusive Hausanschlüsse, Abwasserkanäle  und die Fahrbahn. Für den Neubau des Abwassersammlers in Höhe des Neuen Theaters mussten eine Fernwärmeleitung und diverse Gasleitungen um verlegt werden. Die neuen Haltestellen am Moritzburgring wurden in beiden Richtungen sowohl mit Fahrgastunterständen ausgerüstet, als auch mobilitätsbehinderten- und niederflurgerecht ausgebaut. Intelligente Lichtsignalanlagen sichern Fußgängern künftig den Weg über die Straße. Über die lärmmindernden Asphaltoberflächen am Universitätsring freuen sich nun die Anwohner. Zudem bekamen die zwei neuen Bahnsteige am Moritzburgring moderne Fahrgastinformationsanzeigen, ebenso wie die beiden Haltestellen am Neuen Theater.

Erstmalig unterstützte das  Dienstleistungszentrum Wirtschaft der Stadt Halle sund die  City-Gemeinschaft richtete eine Bürgersprechstunde ein. Hier hatten Anwohner und Gewerbetreibende regelmäßig dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr die Möglichkeit, mit den Bauleuten direkt ins Gespräch zu kommen. Umziehende Studenten oder Unternehmen, die regelmäßig mit Waren beliefert werden, wie das Plasmazentrum, wurden einvernehmlich beraten.

Ingenieurstechnisch anspruchsvoll waren die Arbeiten an den Abwasseranlagen. In bis zu sechs Metern Tiefe liegend erforderten sie besondere Technik und Bauzeit. Auch meisterten die Fachleute unvorhersehbare Schwierigkeiten: So fanden sie in der Trasse des neuen Abwassersammlers ein altes, in keinen Plänen dokumentiertes gewölbeartiges Kanalbauwerk. Flexibilität war gefragt, denn die Kanalbautechnologie musste schnell geändert werden. Kurze Bauverzögerungen konnten sie durch sofortige Beschleunigungs- und Optimierungsmaßnahmen wieder kompensieren.

Eine weitere Besonderheit: Archäologen und Bauarbeiter arbeiteten praktisch nebeneinander. Denn das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) begleitete die Baumaßnahme während der gesamten Bauzeit. Archäologen fanden während der Kabeltiefbauarbeiten z.B. zahlreiche Gebeine aus dem Mittelalter. Die gut erhaltenen Überreste der Skelette waren Bestattete des Friedhofs der ehemaligen Ulrichskirche, die an dieser Stelle bis zum Jahr 1539 stand. Zudem wurden Reste der Stadtmauer und des Ulrichstores freigelegt und dokumentiert.

Die frisch gegründete Interessengemeinschaft Große Ulrichstraße organisierte kurzfristig unter Leitung von Janis Kapetsis, Intecta Kreativquartier, als erstes Highlight ein Straßenfest anlässlich der Fertigstellung der nun umfassend modernisierten Großen Ulrichstraße.  Zwischen Kaulenberg und Neuem Theater sorgte zudem ein buntes Programm für viel Unterhaltung.

Quelle und (c)Foto: Stadtwerke Halle