„Echt oder Fake? “ spannende Jahresausstellung im Händelhaus

Christiane Barth - Kuratorin

„Echt oder Fake?“ fragt hier Christiane Barth, eine der Kuratorinnen im Händelhaus. Sie befindet sich mitten in der neuen Jahresausstellung im Händelhaus, die am 23. Februar eröffnet wurde.  Dieses Datum ist kein Zufall, denn an diesem Tag im Jahr 2017 jährte sich der Geburtstag Händels zum 332. Mal.

In Zeiten von „alternativen Fakten“, Fake-News und heißen Diskussionen um den Urheberschutz hat die Frage nach dem geistigen Eigentum nichts an Brisanz verloren. Was ist, wenn ein nachgebautes Instrument im Klang originalgetreuer klingt als das Original, das schon viele Jahre „auf dem Buckel“ hat und ist die Person, die auf einem Bild dargestellt wird, wirklich Händel? Fragen über Fragen, die oft mit aufwändigen wissenschaftlichen Untersuchungen verbunden sind.

Was ist eigentlich am Händel-Haus alles echt, was nachträglich zugefügt oder umgebaut? Wer wusste schon, dass der Besitzer des Nachbargebäudes – Nikolaistraße 6 – lange Zeit behauptete, dass sein Haus das Geburtshaus des bekannten Komponisten sei? Neu dürfte für viele Besucher auch sein,  dass zu Händels Zeiten bereits das erste Urheberschutzgesetz (Statute of Anne) beschlossen wurde.

Interessante Fakten vermittelt die Ausstellung „Echt oder Fake? Bei uns ist alles original“, die von  Karl Altenburg, Christiane Barth und Dr. Konstanze Musketa kuratiert wird.  Die Zuordnung ist nicht einfach, was unterscheidet ein Original von der  Kopie, wann ist es eine Nachempfindung und wann eine Fälschung?

Echt oder Fake?

Spannenden Fragen geht die Ausstellung im Händelhaus mit modernen Kommunikationsmitteln und in ansprechendem Ambiente nach: Was ist überhaupt ein Original und was unterscheidet es von einer Kopie? Wann beginnt eine Nachahmung und wann ist es ein Täuschungsversuch? Ob die Fragen alle beantwortet werden? Das erfährt man erst in der Ausstellung.

Gleichzeitig ist die neue Schau im Händelhaus auch eine „Mitmachausstellung“, Möglichkeiten dazu gibt es z.B. im Expertenlabor, in dem man u.a. in Händels Kleidung und Perücke schlüpfen kann.   In der Fälscherwerkstatt stellt sich die Frage: Was ist Original und was Kopie?

Echt oder Fake?
Ein besonderes Highlight passend zur neuen Jahresausstellung  ist die Web-Ausstellung www.echt-oder-fake.de mit vielen weiteren Informationen, einem Quiz und einer Postkartenaktion. Vier Händel-Postkarten  können direkt von der Website downgeloadet und als digitales Bild dorthin zurückgesandt werden.

Eine vielschichtige und moderne Ausstellung, die auch schon jüngeren Besuchern empfohlen werden kann.

Gisela Tanner

Echt oder Fake?

Echt oder Fake?