E-Bilanz kritisch betrachtet

Im Jahr 2013 soll die elektronische Bilanzierung (E-Bilanz) eingeführt werden. Das bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen. Wie eine Umfrage der bundesweiten IHK (Industrie- und Handelskammer) unter ihren Mitgliedsfirmen ergab, rechnen die Betriebe vor allem mit mehr Bürokratie. In Sachsen-Anhalt erwarten 100 Prozent der Befragten (bundesweit: 83 Prozent) einen erheblichen Mehraufwand zum Start des Systems. Von dauerhaften Belastungen geht jedes zweite Unternehmen aus (bundesweit: 41 Prozent).

„Nach Einschätzung der Mehrzahl der befragten Unternehmen wird die Einführung der E-Bilanz zu höheren Kosten und einem höheren Zeit- und Personalaufwand führen“, erklärt Dr. Ute Jähner, Geschäftsführerin Recht und Fair Play der IHK Halle-Dessau. Die Landesarbeitsgemeinschaft der sachsen-anhaltischen IHKn hat sich mit diesen Problemen an Landesfinanzminister Jens Bullerjahn und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff gewandt. „Wir haben auf die Notwendigkeit weiterer wirtschaftsfreundliche Verbesserungen zum Start der E-Bilanz hingewiesen und einen entsprechenden Maßnahmenkatalog vorgelegt“, so Jähner. Dessen Umsetzung sei im Interesse eines reibungslosen Übergangs der Unternehmen zur E-Bilanz erforderlich und diene dem Wunsch aller Beteiligten nach Bürokratieabbau.

Zum Hintergrund: Für Wirtschaftsjahre ab 2013 sind bilanzierende Unternehmen verpflichtet ihre Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. 

Quelle:  IHK