Dreimal Neuigkeiten aus dem Kunstmuseum Moritzburg

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In der Moritzburg tut sich etwas, die Sammlungen werden wieder der breiten Öffentlichkeit gezeigt, 100 Jahre Industrieproduktion in Leuna wurden zum Anlass genommen, den Ausstellungsberei Moderne II neu zu gestalten und last but not least wurde das  Albert-Ebert-Kabinetts am 26. April 2016  wiedereröffnet.

Zur Vervollständigung der Sammlungspräsentationen:

Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich setzte sich bei Amtsantritt  selbst eine Verpflichtung,  „unsere Aufgaben als Museum ernst- und wahrzunehmen, nämlich unsere Bestände nicht nur optimal zu bewahren, sondern sie auch zu erforschen, auszustellen und zu vermitteln.
Ab 26. April 2016 präsentiert das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) in allen zur Verfügung stehenden Ausstellungsräumen wieder seine Sammlungen. So wurden im Erdgeschoss des Talamts eine Präsentation der Kunst des 19. Jahrhunderts, in den Gotischen Gewölben die sakrale Kunst zwischen Mittelalter und Barock, in der sogenannten Westbox die Kunst nach 1945 und im Turmkabinett die Präsentation des Werks von Albert Ebert neu eingerichtet. So kann der Besucher nun wieder die Vielfalt unserer einzigartigen Sammlungsbestände entdecken und dies teils mit neuen Werken, teils in thematisch neu zusammengestellten Präsentationen. Damit präsentiert sich das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) trotz deutlich zu geringer Ausstellungsflächen mit einem repräsentativen Querschnitt durch seine Sammlungen. Dennoch bedarf es dringend der Lösung des Depotproblems, um perspektivisch alle verfügbaren Flächen für Ausstellungszwecke nutzen zu können.“

 

„Arbeitswelten. Werke aus den Sammlungen“ – Von Heroisierung bis Umweltverschmutzung. Neuinszenierung des Bereichs Moderne II aus Anlass von 100 Jahren Leuna-Werke 

Auch im Ausstellungsbereich Moderne II gibt es Veränderungen: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Chemieproduktion in Leuna hat das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) wurde dieser Ausstellungsbereich im zweiten Obergeschoss des Westflügels zum Thema „Arbeitswelten“ mit Werken aus den Sammlungsbeständen neu zu gestaltet. Zu sehen sind Gemälde von den 1920er Jahren bis 2002, ergänzt durch Fotografien, Plastiken, Medaillen und eine Installation – Werke von Constantin Meunier bis Moritz Götze.

Beginnend mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und den optimistischen Zukunftserwartungen an die wachsende Industrie, wie sie sich in den Medaillen und den Arbeiterdarstellungen des Belgiers Meunier ausspricht, bildet eine Auswahl von sachlich-realistischen Werken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter Werke des halleschen Malers Karl Völker, den Auftakt zum Schwerpunkt der Ausstellung, den Industrielandschaften und Arbeiterporträts in der Kunst der DDR – mit zahlreichen Werken von Künstlern aus der Region, so Willi Sitte, Uwe Pfeifer oder Wolfgang Mattheuer.

Die Hoffnung des Wiederaufbaus in den frühen Industrielandschaften, der Heroismus in der Darstellung der Arbeiter und schließlich die kritische Auseinandersetzung der Künstler mit der industriellen Wirklichkeit und der Umweltverschmutzung bietet einen thematisch fokussierten Querschnitt durch die Kunst aus der DDR mit Ausblicken in die Gegenwart.

Laufzeit: ab sofort bis 29. Januar 2017

Eintritt: im Ticket der Dauerausstellung (7 Euro/erm. 5 Euro) enthalten

 

Eine Schatzkammer voller unnachahmlichem Zauber. Neueröffnung des Albert-Ebert-Kabinetts am 26. April 2016

Albert Eberts (1906–1976) wird auch der  „Rousseau von der Saale“ genannt. Zu den Besonderheiten des halleschen Kunstmuseums  gehören die reichen Bestände seiner Werke. Sie sind jetzt wieder neu eingerichteten Ebert-Kabinett zu sehen und werden ergänzt von Gemälden, die die Stiftung der Saalesparkasse 2013 von der Witwe des Künstlers erwarb und die sie dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.
Eberts Bilder sind pure Malerei von unnachahmlichem Zauber, unabhängig von den kulturpolitischen Forderungen seiner Zeit und von den Härten und Turbulenzen seines Lebens. Auf kleinen Tafeln, deren kostbare Behandlung bis in die Gestaltung der Rahmen reicht, entfaltet sich eine Welt, in der sich Alltägliches und Wunderbares, Unschuld, hintergründiger Humor wie auch Groteskes phantastisch mischen.

Eintritt: im Ticket der Dauerausstellung (7 Euro/erm. 5 Euro) enthalten

 

Quelle: Kunstmuseum Moritzburg