Die Schneekönigin – munteres Märchenspektakel des Thalia Theaters an der halleschen Oper

Foto: Anna Kolata
Foto: Anna Kolata
Foto: Anna Kolata

[Foto: Anna Kolata] Wer kennt nicht die Geschichte von Gerda und Kai, die jäh auseinandergerissen werden, weil Kai ein Herz aus Eis erhält und in die Fänge der kaltherzigen Schneekönigin gerät. An der halleschen Oper hat sich jetzt das Thalia Theater des Märchens angenommen in einer Inszenierung von Oliver Dassing und  Marlis Hirche. Die Dramaturgie hat Alexander Suckel übernommen.

Die Zuschauer  – schon bei der Premiere waren es nicht nur Kinder und Eltern – wurden entführt in eine Welt von Märchenfiguren und Tieren in einer zauberhaften Kulisse. Verantwortlich für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Klemens Kühn, der  die technischen Möglichkeiten des Opernhauses von Video- über Lichteffekte geschickt in das Stück einfügt. In der Thalia-Version wird die Geschichte der beiden Kinder von der Finnin Mauja (Katharina Brankatschk) erzählt, die den Zuschauern gleich noch ein wenig von ihrer Muttersprache beibringt.

Die beiden Kinder, Gerda (Anke Retzlaff) und Kai (Max Radestock) leben bei der Großmutter, die immer wieder weise Ratschläge gibt und ihre Rosen pflegt. Ihr Haus wandelt sich dank der Bühnentechnik schnell in die anderen Stationen der  Reise Gerdas auf der Suche nach ihrem Spielgefährten.  Die Abenteuer, die sie dabei erlebt, sind oft sehr aktions- und effektreich. Ständig laufen ihr Tiere über den Weg, Hunden, Raben, Hasen, Waschbären und ein Eisbär. Räuber säumen Gerdas Weg und die Blumen werden lebendig, beginnen sogar zu tanzen, genau wie die Schneeflocken (Choreographie Frank Schilcher). Ja, und wenn dazu noch Vivaldis Vier Jahreszeiten oder Smetanas Moldau erklingt, dann schmilzt auch das Herz der „großen“ Zuschauer, genau wie bei der Melodie eines Beatles-Songs. Für die abwechslungsreiche Begleitmusik sorgt Gabriele Hänel.

Der Palast der Schneekönigin ist besonders prächtig, würdevoll schreitet die Schneekönigin (Cornelia Heyse) die lange Treppe herunter,  bestimmt nicht so leicht für die Schauspielerin in ihrem opulenten Kleid. Überhaupt ist das Stück für die Schauspieler eine Herausforderung, viele von ihnen müssen gleich in mehrere Rollen schlüpfen und schnell ihre aufwändigen (Tier-)Kostüme wechseln. So geht es auch Harald Höbinger als Teufel Big Hoch X, Fuchs, Räuber  und Schneeflocke. Cornelia Heyse, die sich mit Bravour in ihrem prächtigen Kostüm bewegte, hat sich leider am Schluss der Premiere beim Verbeugen verletzt.

Wer also etwas Abwechslung in diesen hektischen Zeiten sucht, ist in diesem Familienstück des Thalia-Theaters genau richtig.

 

Gisela Tanner

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