Die Großherzogin von Gerolstein im halleschen Stadthaus

vorn v.l.: Alexander Geller, KS Romelia Lichtenstein hinten: Ensemble © Foto: Falk Wenzel

[vorn v.l.: Alexander Geller, KS Romelia Lichtenstein, hinten: Ensemble © Foto: Falk Wenzel] Wenn den Zuschauern der Operette “Die Großherzogin von Gerolstein” in der halleschen Oper die Kulisse bekannt vorkommt, ist das kein Wunder, schließlich hat Regisseurin Annegret Hahn die Handlung kurzerhand in den Sitzungssaal des Stadtrates verlegt. Dort sitzen dann auch – nach Farben getrennt – die einzelnen Fraktionen, in diesem Fall vertreten durch die Sängerinnen und Sänger des Chores und Extrachores der Oper. Aber keine Angst, das wird keine Abrechnung  mit dem hiesigen Stadtrat, auch wenn er einst nicht unbeteiligt daran war, dass das Thalia Theater, dessen Intendantin Annegret Hahn war,  von seiner eigenständigen Spielstätte “befreit” wurde. Umso mehr ist die Idee der Opernintendanz zu schätzen, der bekannten Regisseurin und Dramaturgin in Halle wieder eine Bühne zu geben, und das hat sich gelohnt. Am Premierenabend konnten die Zuschauer erleben, wie man Operette heutzutage inszenieren kann, ohne Schnick Schnack und trotzdem noch wiederzuerkennen, mit ambitionierten Sängerinnen und Sängern und moderner Choreografie (Ute Raab). Das Publikum hatte sichtlich Freude daran und spendete schon während der Szenen Applaus.

Nun gut, Musik von Jaques Offenbach, was kann da schon schiefgehen! Auch wenn die “Herzogin” sicher nicht das bekannteste Werk des Komponisten ist. Die Staatskapelle Halle unter dem Dirigat von Kai Stromberg gab gewohnt souverän den musikalischen Rahmen!  Dank der Interpreten, allen voran KS Romelia Lichtenstein als Großherzogin, konnten die Zuschauer die Musik des Künstlers genießen.

Die Untertanen haben es nicht leicht mit ihrer Monarchin, frisch verliebt schlägt sie alle Heiratspläne aus und befördert ihren Schwarm Fritz (bei der Premiere Alexander Geller) mal gleich vom Soldaten zum General. Das bringt natürlich den gestandenen General Bumm (Rolf Schneider) und Baron Puck (Kristian Giesecke) in Rage und sie sinnen nach Rache. Auch Prinz Paul (Musa Nkuna) ist nicht gerade erfreut über die Eskapaden der Großherzogin, schließlich war er der Großherzogin versprochen. Auch wenn Fritz hin und her gerissen ist, steht er letztendlich doch zu seiner großen Liebe Wanda (Liudmila Lokaichuk) und die Großherzogin will sich schon dem Mordkomplott gegenüber ihm anschließen. Aber dann hat sie schon ein Auge auf den Diplomaten Baron Grog (Frank Schilcher) geworfen, aber auch das läuft nicht so wie gewünscht und so ist Prinz Paul am Ende doch der Auserwählte: “Wenn man nicht haben kann was man liebt, liebt man was man hat.” Romelia Lichtenstein zeigte bei ihrer Interpretation alle Facetten ihres Könnens.

Das Premierenpublikum erlebte einen ambitionierten Abend und dankte es mit begeistertem Beifall. So geht Operette heute!

 

Gisela Tanner

 

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