Die drei Musketiere – aktionsreiches Musical an der halleschen Oper

Ensemble - Foto©: Maike Glöckner
Ensemble - Foto©: Maike Glöckner
Ensemble – Foto©: Maike Glöckner

Sie ging um die Welt, die Geschichte um die drei Musketiere von Alexander Dumas, angesiedelt  im Frankreich des 17. Jahrhundert. Unter dem Motto  „Einer für alle, alle für einen!“ sind die Kämpfer  dem Herrscherpaar des Königreichs treu ergeben im Kampf für Gerechtigkeit und gegen Intrigen.  Mehrfach wurde die Romanvorlage schon verfilmt, auch ein Musical  mit Musik von George Stiles entstand.  In Halle an der Saale haben die Zuschauer nun Gelegenheit, dieses Musical in deutscher Erstaufführung zu erleben. Schon Stiles Musical „Peter Pan“ feierte am Opernhaus Erfolge.

Nach dem Originalkonzept von William Hobbs wurde die bekannte Mantel- und Degengeschichte der Musketiere  in deutscher Sprache von Roman Hinze (Gesangstexte) und Jürgen Hartmann (Buch) geschaffen. Die musikalische Leitung hat in der Saalestadt Frank Hollmann übernommen und für die Inszenierung und Choreografie sorgte Winfried Schneider.

Die Premiere war Restlos ausverkauft und beim Publikum kam zu keiner Zeit Langeweile auf. Fechtszenen wechselten mit Text- und Gesangseinlagen der Solisten und des bewährten Opernchors ab. Dafür ein  extra Lob an Paul Stampehl (Fechtchoreografie ) und  Peter Schedding (Choreinstudierung). Auch die Staatskapelle unter der Leitung von Frank Hollmann trug zum Erfolg der Aufführung bei.

Die Rolle des d’Artagnan, der in die Fußstapfen seines Vater als Musketier treten möchte, übernahm  Björn Christian Kuhn, der wie gewohnt leichtfüßig über die Bühne tänzelte und geschickt den Degen führte. Zu erwähnen ist auch Reinhard Straube als Monsieur Treville, d’Artagnans Vater, in einer Sprechrolle. Als Musketiere standen Björn Christian Kuhn Gerd Vogel (Athos), Joa Helgesson (Porthos) und  Paul Stampehl (Aramis) zur Seite, die nicht nur gesanglich und in ihren Fechtszenen überzeugten. Auch Olaf Schöder als Planchet konnte das Publikum begeistern.

Wenn auch nicht an erster Stelle erwähnt, so waren die Damen als Solisten eine besondere Bereicherung der Musical-Aufführung: Anna Thorén als die intrigante Milady de Winter, Joanna Nora Lissai als Constance Bonacieux und Näherin von  Königin Anne. Die Rolle der Königin hat Opernensemblemitglied  Olivia Saragosa übernommen, die wiederum mit ihrer stimmlichen Leistung überzeugen konnte.  In weiteren Rollen waren Jörg Simonides (Monsieur Bonacieux) und Stanislaw Brankatschk (König Ludwig XIII. ) zu erleben.

Ja, und was wäre so eine Musicalaufführung ohne die Kostüme und das Bühnenbild? Für beides zeichnet in Halle Roy Spahn verantwortlich und das Publikum konnte sich über opulente Damenkleider freuen und  die Herren standen dem in ihrem Bühnenoutfit  nicht nach. Das Bühnenbild wandelte sich während der Vorstellung ständig, auf offener Bühne wurden Hausfassaden verschoben und gedreht, Lichteffekte taten ein Übriges. Eine gute Idee, den Kulissenwechsel sozusagen in die Choreografie mit einzubeziehen.

Das Publikum war von der Premierenaufführung begeistert, was der langanhaltende Beifall bestätigte, eine überzeugende Ensembleleistung, die nicht nur Zuschauer aus der Region nach Halle bringen wird.

Gisela Tanner

Foto: Bühnen halle © Maike Glöckner