Deutsch-Russische Begegnungen in den Franckeschen Stiftungen

Vom 17. bis 21.10.2012 treffen sich 20 Wissenschaftler aus 5 Ländern  zu den Deutsch-Russischen Begegnungen in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Die wissenschaftliche Tagung wird gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, der Internationalen Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft e.V. sowie dem Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen und dessen Förderverein unter maßgeblicher Leitung des Sibirienforschers Dr. Wieland Hintzsche organisiert.

Das Tagungsthema bezieht sich auf den Aufbau der Kunstkamera in Sankt Petersburg und die Gründung der Akademie der Wissenschaften, die  auf Initiative von Peter I. nach westeuropäischen Vorbildern (Wunder- und Naturalienkammern, Kunstkabinette usw.) erfolgte . So  wurden Anfang des 18. Jh. unter Mitwirkung zahlreicher Wissenschaftler aus Westeuropa die Grundlagen für den Aufbau einer eigenständigen Wissenschaft in Russland gelegt, in die in der Folge wichtige Prinzipien der westeuropäischen Aufklärung einflossen.

Eine Vielzahl von Sammlungsobjekten lieferten verschiedene Expeditionen in damals noch weitgehend unerkundete Regionen Russlands und Sibiriens. Es wurde nicht nur gesammelt, sondern auch  systematisiert und klassifiziert  nach den für die Naturgeschichte bereits entwickelten Prinzipien und Systemen. Die Vielfalt der neuen Erkenntnisse, insbesondere aus Sibirien, machte in unterschiedlichem Maß eine Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Klassifizierungs- und Taxonomiesysteme erforderlich. Um herausragende Sammlungen und  Ordnungsprozesse an exemplarischen Beispielen wird es in den Fachbeiträgen gehen, aber auch ein öffentlicher Abendvortrag lädt ein.

Öffentlicher Abendvortrag
Donnerstag, 18. Oktober 2012, 19 Uhr
Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Domplatz 4

Vom Sammeln zum Systematisieren: Vogelbeschreibungen des 18. Jahrhunderts deuten lernen  – mit einem Exkurs zu Georg Wilhelm Stellers originaler Namensgebung von Gelbschopflund und Meerscharbe.
Vortrag von Dr. Frank Steinheimer und Ullrich Wannhoff mit anschließender Führung durch die Zoologische Sammlung

 Quelle und Foto: Franckesche Stiftungen