Der VDS meint – Reformationstag darf nicht durch Halloween verdrängt werden

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Auch in Sachsen-Anhalt wird am 31.10. der Reformationstag begangen. Grund ist das Gedenken an die 95 Thesen gegen den Ablass, die Martin Luther an das Tor der Schlosskirche zu Wittenberg schlug. Er löste damit tief greifende Veränderungen in Kirche und Gesellschaft aus und leistete auch Großes  mit der Übersetzung der Bibel in unsere Muttersprache. Niucht wenige verbinden inzwischen mit diesem Tag aber vor allem das Halloween-Fest.

Der Verein der deutschen Sprache betrachtet das kritisch, er meint , dass der Reformationstag und andere Feiertage immer mehr dem Kommerz geopfert werden.

Der  gemütliche Weihnachtseinkauf mit schlendern über den Weihnachtsmarkt in Deutschland sei zum  turbulent-hektischen X-Mas-Shopping mit maßlosem Glühweingenuss verkommen. Im gleichen Maße scheinen die religiösen Hintergründe um Jesu Christi Geburt ins Hintertreffen zu geraten. Seit einigen Jahren droht nun auch dem historisch bedeutsamen Reformationstag heidnisches Ungemach: Halloween breitet sich aus, obwohl es als keltisches Fest überhaupt keine Wurzeln im deutschen Brauchtum hat.

Bedauerlich ist, dass damit traditionelle religiöse Gedenk- und Feiertage – der Reformationstag (31. Oktober), Allerheiligen (1. November) und der Martinstag (11. November) – in Agonie verfallen. Damit setzt sich der Verfall von Sitten und Bräuchen – und damit der kulturelle Niedergang – weiter fort. Wie weit dieser Verfall führt, zeigt deutlich die aktuelle Pisa-Studie für Erwachsene, welche Anfang Oktober von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgestellt wurde. Bei den Schlüsselkompetenzen Lesen, Rechnen und Probleme mithilfe von Computern lösen, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich nur durchschnittlich ab. Im Aufgabenfeld Lesen – also dem Verstehen, Interpretieren und Bewerten von Texten – erzielten die Teilnehmer in Deutschland im Mittel 270 Punkte (OECD-Durchschnitt: 273). Das beste mittlere Leseverständnis haben der Erhebung zufolge die Menschen in Japan (296) und Finnland (288).

Die Regionalgruppe Sachsen-Anhalt des VDS (Vereins Deutsche Sprache) sieht die deutsche Sprache als Merkmal der kulturellen Identität und betont, dass Internationalität bzw. internationale Bedeutung und das Bekenntnis zur deutschen Muttersprache (= kulturelle Identität) kein Widerspruch sind.

Quelle: VDS