Depots im Kunstmuseum Moritzburg sind jetzt bezugsfertig – Lösung kann nur vorübergehend sein

moritzburg1Die Depots der Stiftung Moritzburg Halle (Saale) – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt in der Neuen Residenz waren in einem desolaten Zustand. Es mussten, kurzfristig neue Räume für die Unterbringung des Kunstgutes erschlossen werden. Aus konservatorischen Gründen und wegen des dringenden Handlungsbedarfs entschloss man sich, die unteren Wehrgangsräume der Moritzburg und den Kuppelsaal dafür zu nutzen, die dadurch nicht mehr als Ausstellungfläche zur Verfügung stehen. Zum 1. November 2013 wurde dieser Bereich zur Vorbereitung der Bauarbeiten für die Öffentlichkeit geschlossen. Mittlerweile sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und der Umzug der Sammlung kann beginnen.

In die neu eingerichteten Räumlichkeiten ziehen, wie die Kunststiftung informiert,  die Sammlungen Fotografie, Kunsthandwerk, Plastik, das Landesmünzkabinett, die Sammlung Hermann Gerlinger sowie in einem nachgeordneten Schritt der bildnerische Nachlass von Einar Schleef. Der historische Kuppelsaal wird nach Abschluss der Umzüge als Schaudepot im Rahmen von Sonderführungen wieder zugänglich sein. Für die Neuaufstellungen der Sammlungsobjekte wurden vorhandene Möbel genutzt sowie neues Mobiliar angeschafft.

Durch die neuen Depots kann nunmehr eine den konservatorischen Anforderungen gemäße Lagerung der Sammlungsobjekte gewährleistet werden, womit das Museum seinem Auftrag des Bewahrens der Sammlungsobjekte gerecht wird. Zudem kann die räumliche Enge der Neuen Residenz überwunden und können die Sammlungsobjekte in einer deutlich verbesserten Zugänglichkeit aufbewahrt werden.

Die Kosten für die baulichen Veränderungen in den historischen Räumen der Moritzburg belaufen sich auf 250.000 Euro und beinhalten Fördermittel aus dem Programm „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland (Invest-Ost)“ der Staatsministerin für Kultur und Medien. Die Arbeiten wurden durch Firmen aus dem südlichen Sachsen-Anhalt ausgeführt. Für die Einrichtung der Depots sind 220.000 Euro zu veranschlagen.

Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) forderten aber mehrfach nachdrücklich ein, dass diese geschaffene Depotlösung nur eine vorübergehende sein kann. Daher stimmt die gegenwärtige Entwicklung zuversichtlich, gemeinsam mit einer weiteren musealen Einrichtung ein zentrales Gebäudes für Depots, Archive, Werkstätten, Bibliotheken und Büros im Zentrum der Stadt Halle (Saale) zu etablieren. „Damit eröffnet sich eine Perspektive, die mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der allgemeinen Bedingungen für das Kunstmuseum Moritzburg führen wird, in deren Folge auch eine Optimierung der Präsentation der vielfältigen Sammlungsbestände erreicht werden kann“, so Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich.

Quelle: Kunstmuseum Moritzburg