DB: Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt massiv beeinträchtigt

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Auch das Schienennetz ist beeinträchtigt. Aufgrund der Hochwassersituation in Sachsen-Anhalt ergeben sich umfangreiche Änderungen im Bahnverkehr, die weit über unser Bundesland hinaus reichen.

Die Deutsche Bahn informiert – Stand 9.6. 15:36 Uhr

Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt massiv beeinträchtigt • Entspannung in Sachsen und Thüringen
Zahlreiche Streckenabschnitte gesperrt • Kostenlose Servicenummer • Umfassende Kulanzregelungen für Bahnkunden bis 23. Juni verlängert
Die Lage im Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt hat sich deutlich zugespitzt. So mussten insbesondere in den Bereichen Magdeburg und Wittenberg zahlreiche Streckenabschnitte für den Bahnverkehr vollständig gesperrt werden. Auf einigen Strecken kann nur mit verminderter Geschwindigkeit gefahren werden. Aus diesem Grund kommt es zu Verspätungen, Umleitungen und Ausfällen im Regional-, Fern- und Güterverkehr. Zum Teil kann auf den betroffenen Streckenabschnitten aufgrund der Unpassierbarkeit der Straßen kein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet werden.

Prognosen zum Störungsende sind aufgrund der aktuellen Hochwasserentwicklung nicht überall möglich. Die Deutsche Bahn führt regelmäßige Bestandsaufnahmen im Streckennetz durch, um entweder die Befahrbarkeit der Strecken abzusichern oder Höhe und Umfang des entstandenen Schadens zu ermitteln. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur in den betroffenen Gebieten schnellstmöglich wieder herzustellen.

Wichtiger Hinweis: Die Deutsche Bahn bittet Fahrgäste des Fernverkehrs (z.B. aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen) Richtung Leipzig und Dresden oder aus dem Raum Dresden und Leipzig alternative Verbindungen über Berlin oder Fulda zu wählen und den Raum Magdeburg großräumig zu umfahren.

Einschränkungen und Streckensperrungen in Sachsen-Anhalt:
Magdeburg–Biederitz: Seit Samstag, 22.30 Uhr, ist die Elbebrücke in Magdeburg voraussichtlich bis Mitte kommender Woche gesperrt.
Die IC-Linien 55 und 56 auf der Strecke Hannover–Leipzig verkehren aus Hannover kommend derzeit nur bis Magdeburg Hauptbahnhof. Zwischen Magdeburg und Halle ist in beiden Richtungen ein Busnotverkehr eingerichtet. Zwischen Halle und Leipzig können Reisende die Züge des Nahverkehrs nutzen.
Die Deutsche Bahn setzt von Leipzig nach Berlin sowie von Dresden nach Berlin zusätzliche Züge ein.

Für die Nahverkehrszüge RE 1 Magdeburg–Berlin, RB 31 Magdeburg–Genthin, RE 15 Magdeburg–Lutherstadt-Wittenberg, RB 42 Magdeburg–Dessau sowie RE 13 Magdeburg–Dessau besteht Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Magdeburg und Biederitz.
Magdeburg–Stendal: Seit 14 Uhr ist die Strecke zwischen Tangerhütte und Stendal in beiden Richtungen gesperrt. Ein Busnotverkehr soll schnellstmöglich eingerichtet werden.
Hamburg–Berlin¬–Leipzig/Halle (Saale)?München: Die Strecke Pratau–Lutherstadt Wittenberg ist wegen drohender Überflutung der Gleise gesperrt.
Betroffen ist die ICE-Linie Hamburg–Berlin–Lutherstadt Wittenberg–Bitterfeld–Leipzig/Halle (Saale)–Naumburg (Saale)–Jena–Nürnberg–München. Die Züge werden über Falkenberg umgeleitet. Der Halt in Lutherstadt Wittenberg entfällt. Die Reisezeit wird sich um etwa eine Stunde verlängern.

Die Regionalbahn-Linien RB 80 Halle–Lutherstadt Wittenberg und RB 57 Leipzig–Lutherstadt Wittenberg beginnen und enden in Pratau. Zwischen Pratau und Lutherstadt Wittenberg pendeln Busse.
Reisende aus Richtung Berlin mit dem Ziel Lutherstadt Wittenberg nutzen die Züge des Regionalverkehrs. Reisende aus Richtung Leipzig nach Lutherstadt Wittenberg benutzen ab Bitterfeld die Züge des Regionalverkehrs bis Pratau und weiter mit den Bussen des Ersatzverkehrs.
Lutherstadt-Wittenberg?Falkenberg: Seit 7. Juni ist der Bahnhof Elster (Elbe) gesperrt und das Stellwerk evakuiert.
Zwischen Lutherstadt Wittenberg und Falkenberg ist SEV eingerichtet.

Reisende mit Start und Ziel Falkenberg nutzen alternative Zugverbindungen über Jüterbog oder Leipzig.

Lutherstadt Wittenberg?Dessau: Der Abschnitt zwischen Lutherstadt Wittenberg und Wittenberg-West ist gesperrt. Es besteht Busnotverkehr.
Magdeburg–Köthen–Halle (Saale): Wegen Gleisüberspülungen zwischen Sachsendorf und Calbe (Saale) sowie zwischen Schönebeck(Elbe) und Magdeburg Südost ist der Zugverkehr zwischen Magdeburg und Köthen unterbrochen.
Die Züge der RE 20 Halle (Saale)–Köthen–Magdeburg–Stendal–Uelzen pendeln zwischen Halle und Köthen bzw. enden aus Richtung Uelzen kommend in Magdeburg.
Reisende zwischen Magdeburg, Köthen und Halle nutzen bitte die Reiseverbindungen über Dessau. Zwischen Biederitz und Magdeburg ist aufgrund der Sperrung der Elbebrücke Busnotverkehr eingerichtet.
Züge der S 1 Zielitz–Magdeburg–Schönebeck-Bad Salzelmen und RB 30 Wittenberge–Stendal–Magdeburg–Schönebeck-Bad Salzelmen beginnen und enden in Magdeburg Südost, Züge der RE 10 Erfurt–Sangerhausen–Magdeburg und RB 41 Aschersleben–Magdeburg in Schönebeck (Elbe). Es besteht ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Magdeburg Hbf. und Schönebeck (Elbe).
Einschränkungen und Streckensperrungen in Sachsen:
Dresden–Prag–Berlin: Die Fernverkehrszüge der Verbindung Dresden–Prag–Berlin müssen aufgrund der Hochwassersituation in Tschechien auf dem Gebiet der Tschechischen Bahn nach wie vor umgeleitet werden. Es kommt zu Verspätungen.
S 1 Meißen–Dresden–Schöna / S 2 Dresden-Flughafen–Dresden–Pirna / Elbe-Laabe-Sprinter: Aufgrund des Hochwassers kommt es im Abschnitt Heidenau–Bad Schandau–Schöna zu folgenden Einschränkungen:
Die Züge der S-Bahnlinie S1 verkehren derzeit nur zwischen Heidenau und Meißen.
Die Züge der S-Bahnlinie S2 verkehren derzeit nur zwischen Dresden Flughafen und Dresden Hbf. Ersatzverkehr kann zur Zeit nicht angeboten werden.
Die Züge des Elbe-Labe-Sprinters fallen zwischen Dolní Žleb und Bad Schandau aus.
Leipzig–Döbeln–Meißen (RB 110). Der Streckenabschnitt Großbothen–Döbeln muss wegen Hochwasserschäden weiter für den Zugverkehr gesperrt bleiben.
Die Züge auf der Strecke Leipzig–Meißen verkehren aktuell zwischen Leipzig und Großbothen sowie zwischen Döbeln und Meißen Triebischtal.
Zwischen Döbeln und Grimma ist Busnotverkehr eingerichtet.
Leipzig–Zwickau (RB 130, RE 8, RE 16): Wegen eines Dammrutsches ist der Streckenabschnitt zwischen Altenburg und Paditz/Lehndorf voraussichtlich bis Anfang Juli gesperrt. SEV wurde eingerichtet.
Erzgebirgsbahn:
Zwickau–Johanngeorgenstadt: Die Streckenabschnitte Zwickau?Aue (Sachs) und Antonsthal?Johanngeorgenstadt bleiben bis auf weiteres wegen Hochwasserschäden gesperrt.
Zwischen Zwickau und Aue wurde SEV im Zwei-Stundentakt eingerichtet. Der Streckenabschnitt Zwickau – Aue ist für den SEV straßenseitig wieder durchgehend befahrbar, so dass die Busse seit Freitag, 7. Juni sämtliche Unterwegsbahnhöfe bedienen können.
Im Streckenabschnitt Aue (Sachs)?Antonsthal verkehren die Züge im Zwei-Stundentakt. Zwischen Antonsthal und Johanngeorgenstadt ist SEV eingerichtet. Die Züge zwischen Johanngeorgenstadt und Potucky fallen ersatzlos aus.
Einschränkungen und Streckensperrungen in Thüringen:
Gera–Greiz (RE 1 Thüringen): Die Strecke zwischen Gera und Greiz bleibt gesperrt. Ein durchgehender SEV ist zwischen Gera und Greiz ohne Unterwegshalte eingerichtet.
Kostenlose Servicenummer: Aufgrund von Hochwasser und witterungsbedingter Störungen und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Bahnverkehr hat die Deutsche Bahn für alle Kunden eine kostenlose Servicenummer eingerichtet. Bis auf weiteres erhalten Kunden unter 08000 99 66 33 aktuelle Informationen rund um die Uhr. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter +49 1805 334444 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider). Reisende können sich auch aktuell auf www.bahn.de/aktuell informieren. Nutzer mobiler Endgeräte erhalten aktuelle Reiseinformationen über m.bahn.de/ris. Weitere Informationen gibt es auch unter www.bahn.de/aktuell beziehungsweise unter der Service-Nummer der Bahn 0180 6 99 66 33* (*20 ct./Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct./Anruf).
Kulanzregelungen der DB: Die Deutsche Bahn kommt Kunden angesichts der Störungen im Schienenverkehr in den Hochwassergebieten entgegen. Für Reisende, die aufgrund hochwasserbedingter Zugausfälle beziehungsweise Verspätungen ihre Reise nicht antreten können beziehungsweise abbrechen müssen, gelten bis 23. Juni folgende Kulanzregelungen:
Fahrkarten für Verbindungen in das oder aus dem Hochwassergebiet werden auf Wunsch entgeltfrei erstattet, wenn Reisende von der Fahrt zurücktreten möchten. Dies gilt für Fahrkarten einschließlich Reservierungen. Bescheinigungen irgendeiner Art sind nicht erforderlich. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten gelten die Regelungen der jeweiligen Verkehrsverbünde.
Tickets mit Zugbindung können bei Zugausfällen durch das Personal der DB für die nächstmögliche Reiseverbindung gültig geschrieben werden. So bekommen die Reisenden die Möglichkeiten, den nächsten, ggf. auch höherwertigen Zug – auch über Umwege zu nutzen.
Die Deutsche Bahn bitte alle Fahrgäste, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.