Das singende, klingende Bäumchen – großes (Puppen)theater für kleine Leute

Sebastian Fortak, Ines Heinrich-Frank © Theater, Oper- und Orchester GmbH, Foto: Anna Kolata

[Foto: Anna Kolata] Das hallesche Puppentheater startete gleich mit zwei Neuinszenierungen für Kinder – und auch Erwachsene – in die neue Spielzeit, ein Märchen aus dem Orient (Saalereporter berichtete hier) und eines aus dem Okzident. Für das Abendland steht das Märchen vom „Singenden, klingenden Bäumchen“. Nach einer Idee der Brüder Grimm wurde die Geschichte um eine hochnäsige Prinzessin in den 1950er Jahren zum DEFA-Klassiker.

Für das Puppentheater Halle wurde sie von Kalma Streun inszeniert, die sich hier schon mit »Madame Bovary« einen Namen gemacht hat. Die Regisseurin, auch für Bühne und Kostüme verantwortlich, hat den Rahmen des Märchens in die Neuzeit geholt. Zwei elegante Herren in weißem Dress (Lars Frank und Sebastian Fortak) und eine gut gekleidete Dame (Ines Heinrich-Frank) eilen auf die Bühne um sich schnell in Talkshowgäste zu verwandeln. Drei Puppenköpfe, Stühle und Schlipse und fertig ist das Szenario. Es geht um das Thema Liebe.

Doch was ist die Theorie gegen einen praktischen Beweis, schnell wird die Bühne zum Spielfeld für das Märchen vom „Singenden klingenden Bäumchen“. Die fast ausschließlich jungen Zuschauer verfolgen gebannt das Spiel die Veränderungen auf der Bühne, Spiegel werden aufgeklappt, Utensilien ausgetauscht und schnell verwandeln sich die Akteure und ihre Puppen zu König, Prinzessin und Prinz. Einzig eine Bühnenkonstruktion im Hintergrund mit Türen und Sichtfenstern bildet eine Konstante.

Die verwöhnte Prinzessin sucht einen Prinzen, aber selbst teures Geschmeide reichen ihr als Geschenk nicht aus. Sie will das singende klingende Bäumchen. Der König ist wegen seiner hochnäsigen Tochter der Verzweiflung nahe. Der aktuelle Kandidat aber will es unbedingt wissen und schwört, sich in einen Bären zu verwandeln, wenn es das Bäumchen nicht findet. Nun hat die Sache nur einen Hacken, das Bäumchen singt und klingt nur, wenn die Prinzessin den Prinzen liebt. Siegesgewiss reitet der Prinz los, doch, wir ahnen es schon, das Bäumchen bleibt stumm. Der Prinz wird zum Bären. Ein böser Zwerg spielt auch noch eine Rolle. Zum Glück gibt es den gutmütigen Fisch und wie im Märchen gewohnt weicht die Prinzessin doch noch ihr böses Herz auf und entdeckt die Liebe für sich. Happy End für alle!

Eine wunderbare Inszenierung ist dem Puppentheater da wieder gelungen, schon die Jüngsten lassen sich von dem Wechselspiel zwischen Puppen und Menschen faszinieren. Lilli Laube und Hagen Tilp haben dafür die Puppen geschaffen. Ines Heinrich-Frank, Sebastian Fortak und Lars Frank beweisen einmal mehr ihre hohe Professionalität als Schauspieler und Puppenspieler. Dieses Stück für Kinder ab 5 Jahre ist ein guter Einstieg, um die  jüngste Generation für die Welt des Theaters zu begeistern.

Rainer Paetzoldt und Rolf Losansky haben das Theatermärchen nach dem Buch von Anne Geelhaar für die Bühne bearbeitet.

Nächste Vorstellungen: 06. November – 11. Dezember – 12. Dezember – 13. Dezember 2016

Gisela Tanner

 

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