IHK-Präsidentin Schaar fordert stabile Rahmenbedingungen bei Energie- und Rohstoffversorgung

Langfristig stabile Rahmenbedingungen bei der Energie- und Rohstoffversorgung in Sachsen-Anhalt fordert die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), Carola Schaar, von der Politik.

 Sie beklagt vor den Teilnehmern einer IHK-Tagung in Halle:  „Seit Jahren steigen die Energie- und Rohstoffpreise kontinuierlich. Ein Ende ist nicht in Sicht.“ Die Wirtschaft brauche keine überambitionierten Ziele, sondern eine bodenständige Politik des Vertrauens.

Schaar weiter: „Die regionale Industrie ist sehr energieintensiv. Hohe Strompreise sind eine enorme Belastung.“ Dass Energie nicht zuletzt aufgrund von energiepolitischen Vorgaben und steigenden staatlichen Abgaben teurer werde, bremse die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. „Wer die Kosten nicht weitergeben kann, wird rationalisieren oder im schlimmsten Fall verlagern. Und das kostet Arbeitsplätze“, mahnte Schaar.

In großem Maße müssten Netze und Speicher gebaut und ausgebaut sowie in die Forschung investiert werden, um die Energiewende zu schaffen. „Aufgrund der bereits hohen Netznutzungsentgelte im Land fordert die Wirtschaft beim Netzausbau eine bundesweite Umlage der Kosten.“ Im Bereich der Rohstoffsicherung stehe die Förderung von Forschung und Entwicklung für eine bessere Energie- und Materialeffizienz im Mittelpunkt. Ebenso brauche es verstärkte handelspolitische Maßnahmen für eine sichere Rohstoffzufuhr.

Die Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft, Prof. Dr. Birgitta Wolff betonte, dass Sachsen-Anhalt eine klare Strategie habe: „Um eine zuverlässige und preisgünstige Energie- und Rohstoffversorgung zu gewährleisten, setzen wir auf Innovationen. Bei der Programmierung der neuen EU-Förderrunde und beim neuen EU-Forschungsprogramm werden wir hier einen Schwerpunkt setzen. Auch unser Projekt ibi hat Chancen, von der EU gefördert zu werden. Ganz oben auf der Agenda steht zudem die Schaffung von Speichersystemen. Ein weiteres wichtiges Thema ist der beschleunigte Netzausbau. Hier machen wir uns im Bundesrat für eine bundesweite Umlage stark. Gemeinsam mit Brandenburg haben wir eine entsprechende Initiative gestartet.“

Prof. Dr. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften  erklärte zur Rolle der Wissenschaft: „Um neue Perspektiven für die Energieforschung zu erschließen, ist es wichtig, dass langfristig ein breites Spektrum an Themen bearbeitet wird – von der Grundlagenforschung bis hin zu stark anwendungsorientierten Untersuchungen. Energieforschung muss auch die Voraussetzungen für Zukunftsplanungen auf internationaler Ebene schaffen.“  

Quelle: IHK Halle Dessau    Â