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Zusammen mit dem Museum Otto Schäfer in Schweinfurt, dem Stadtarchiv Schweinfurt und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina laden die Franckeschen Stiftungen im Historischen Waisenhaus zu einer spannenden Zeitreise durch die Botanik ein.
Vom 31. Januar-25. März 2012 wird Botanik in wunderschönen Bildern erlebbar gemacht. Eröffnet wird die Ausstellung am 29. Januar 2012, 11.30 Uhr, mit dabei der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker.
Zum Hintergrund: Während sich die Kräuterbücher des späten Mittelalters noch an dem Wissen antiker und arabischer Wissenschaftler orientiert haben und die Beschreibung der Pflanzen eng an mythologische Überlieferungen angebunden wurde, brachte die zunehmende Vernetzung der Wissenschaftswelt und dem damit einhergehenden stetig anwachsenden Pflanzenmaterial aus Übersee die Botanik als Wissenschaftsdisziplin hervor, die ihren vorläufigen Höhepunkt der Entwicklung in der Nomenklatur Carl von Linnés, die er 1735 erstmals veröffentlicht hat, fand. Dafür mussten zunächst die Schwierigkeiten der detailgetreuen Abbildung von Pflanzen überwunden werden, die im Naturselbstdruck ihren vollendeten Ausdruck fand: „Das Papier muss mit Lampenruß, vermischt mit süßem Öl, angestrichen und dann das Blatt der Pflanze mit Bleiweiß in Öl dünn gefärbt werden, wie man es mit den Typen der Druckerpresse macht, und dann wie gewöhnlich drucken, so wird das Blatt in den Vertiefungen dunkel und hell in den Erhöhungen“ (S. 39 des Ausstellungskatalogs). Ganz plastisch erscheinen so erstmals die Abbildungen in Johann Hieronymus Kniphofs „Botanica in Originali“, die zwischen 1757-1763 beim Verleger Trampe in Halle erschienen. Das Exemplar der Leopoldina, das in der Ausstellung gezeigt wird, erzählt eine ganz eigene Geschichte des Botanikbuchdrucks: über 50 Jahre lag die Ausgabe als Beutegut aus der Zeit des 2. Weltkrieges in Tiflis und konnte 1996 an die Leopoldina in Halle zurückgegeben werden.
Heute zieren zwei Besitzerstempel das Titelblatt der Ausgabe: der Stempel der Deutschen Akademie der Naturforscher und der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Grusinischen SSSR. Die einzige in Halle aufbewahrte vollständige Ausgabe findet sich in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen und macht damit einmal mehr deutlich, wie breit aus wissenschaftlicher Sicht die Sammlung der Schulstadt August Hermann Franckes angelegt war.
Die Ausstellung: „Gart der Gesundheit“ ist der Titel der ältesten gedruckten deutschsprachigen Kräuterbuch–Inkunabel und steht für eine außergewöhnliche Ausstellung, die erstmals Kleinode des Museums Otto Schäfer in Schweinfurt, des Stadtarchivs Schweinfurt, der Franckeschen Stiftungen und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur Geschichte des Botanikbuchdrucks vereint. Unter den 70 hochkarätigen Exponaten sind nicht nur sieben Inkunabeldrucke, wie der „Gart der Gesundheit“ (1485) und sein lateinisches Pendant, der „Hortus sanitatis“, sondern auch die Schriften der drei Väter der Botanik Otto Brunfels (1488?-1534), Hieronymus Bock (1498-1554) und Leonhart Fuchs (1501-1566). Zu den Raritäten der Ausstellung zählen auch Basilius Beslers „Hortus Eystettensis“ (1613), Rheede tot Drakesteins „Hortus Indicus Malabaricus“ (1678-1686), Johann Christoph Volckamers „Nürnberger Hesperiden“ (1708), Johann Hieronymus Kniphofs „Botanica in Originali“ (ab 1757) im Naturselbstdruck oder Elizabeth Blackwells „Curios Herbal“ (1750-57) in der deutschen Bearbeitung.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Franckeschen Stiftungen
Begleitprogramm zur Ausstellung in Halle
 Eröffnung am 29. Januar 2012, 11.30 Uhr im Freylinghausen-Saal des Historischen Waisenhauses
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22. Februar 2012, 18.00 Uhr
Tulpe und Kartoffel. Der Hortus Eystettensis – Entstehung und Schicksal eines botanischen Prachtwerks
Prof. Dr. Werner Dressendörfer, Bamberg
Historisches Waisenhaus, Amerikazimmer
29. Februar 2012
Führung durch die Ausstellung mit Dr. Britta Klosterberg
Leiterin des Studienzentrums August Hermann Francke der Franckeschen Stiftungen
07. März 2012, 18.00 Uhr
Vom Hortus Medicus August Hermann Franckes zum Umweltbildungsprojekt im Pflanzgarten - 300 Jahre Schulgärten in den Franckeschen Stiftungen
Vortrag von Cornelia Jäger, Dipl. biol., Leiterin des Pflanzgartens und des Umweltbildungsprojekt der Franckeschen Stiftungen
anschließend praktischer Kräuterworkshop mit Simone Buss, Kräutergarten in Niederzimmern
Quelle: Franckesche Stiftungen zu Halle
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