Chancen und Risiken älterer Arbeitnehmer

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Zur Situation älterer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt (Ü55) informiert die Bundesagentur für Arbeit:

In Sachsen-Anhalt haben immer mehr Ältere über 55 Jahre einen festen Job. Rund 154.500 Menschen dieser Altersgruppe gehen aktuell einer Beschäftigung nach. Immerhin 45.300 mehr als fünf Jahre zuvor. Mittlerweile ist jeder fünfte Arbeitnehmer mindestens 55 Jahre
alt. Damit stieg auch die Beschäftigungsquote der Menschen über 55 Jahre in den letzten  fünf Jahren auf 46 Prozent. Die Beschäftigungsquote beschreibt den Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung in der entsprechenden Altersgruppe.

Es lohnt sich jedoch, genauer hinzuschauen:

Während die Quote bei den 55- bis 59 jährigen mit knapp 58 Prozent überdurchschnittlich hoch ist, liegt sie bei den rentennahen Jahrgängen auf viel niedrigerem Niveau: „Nur jeder dritte über 60 Jährige in Sachsen-Anhalt geht einer Beschäftigung nach“ erklärt Kay Senius,  Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt.

Die hohe Beschäftigungsquote der Lebensälteren basiert nach Erkenntnissen der  Bundesagentur für Arbeit vorrangig auf zwei Faktoren. „Durch die demografische Entwicklung wächst eine große Gruppe über bestehende Beschäftigungsverhältnisse in das  Alterssegment hinein. Zum anderen halten die Unternehmen länger an ihren Beschäftigten fest und setzen auf deren Lebenserfahrung. Das begrüße ich ausdrücklich. Kritisch wird es jedoch für jene, die im rentennahen Alter doch arbeitslos werden“ sagt Senius.

Seit mehreren Jahren geht die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt kontinuierlich zurück. Nur bei den Älteren nicht: „Während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt in den letzten fünf Jahren um ein Viertel sank, ist sie im gleichen Zeitraum bei den über 55 Jährigen um acht Prozent auf nunmehr 28.500 gestiegen“, verdeutlicht Senius den gegenläufigen Trend. Jeder vierte Arbeitslose im Land sei über 55 Jahre alt. Und die brauchen deutlich länger, um  am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter haben sich auf die Zielgruppe eingestellt. In den  Agenturen arbeiten vielfach spezielle Vermittlungsfachkräfte für Menschen über 50 Jahre.  Zudem bieten sich Förderprogramme an. Noch bis zum Ende des Jahres lässt das Gesetz  eine besondere Förderung für Arbeitgeber zu, die Ältere mit Vermittlungshemmnissen  einstellen. Dann können bis zu 50 Prozent des Lohnes für maximal 36 Monate bezuschusst werden. „Das Instrument wirkt. Eine Verlängerung der gesetzlichen Regelung wäre eine gute Nachricht für die Betroffenen“ sagt Senius.

Für jene Arbeitslosen, denen der Weg in den Arbeitsmarkt nahezu unmöglich ist, hofft Senius auf das Landesprogramm ‚Aktiv zur Rente plus‘. Darüber können 1.000 Ältere für zusätzliche und im öffentlichen Interesse liegende Tätigkeiten für die Dauer eines Jahres sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Das Programm wird vom Land Sachsen- Anhalt über ESF-Gelder gefördert.

Quelle und Foto: BA regional