Casanova – Lebensfreude pur mit dem Ballett Rossa an der halleschen Oper

Foto: ©Falk Wenzel - v.l.n.r.: Ayana Kamemoto (Virginia Romano), Michal Sedláček (Giacomo Casanova), Yuliya Gerbyna (Giulia Alberti), Ensemble des Ballett Rossa © Theater, Oper und Orchester GmbH, Foto: Falk Wenzel
Foto: ©Falk Wenzel - v.l.n.r.: Ayana Kamemoto (Virginia Romano), Michal Sedláček (Giacomo Casanova), Yuliya Gerbyna (Giulia Alberti), Ensemble des Ballett Rossa © Theater, Oper und Orchester GmbH, Foto: Falk Wenzel
Foto: ©Falk Wenzel – v.l.n.r.: Ayana Kamemoto (Virginia Romano), Michal Sedláček (Giacomo Casanova), Yuliya Gerbyna (Giulia Alberti), Ensemble des Ballett Rossa © Theater, Oper und Orchester GmbH, Foto: Falk Wenzel

[Foto: Falk Wenzel] Wenn Ralf Rossa mit seiner Ballett-Compagnie zur Premiere ruft, dann lockt das nicht nur Zuschauer aus der näheren Umgebung an. Seine Inszenierungen versprechen immer ein besonderes Erlebnis  und haben inzwischen einen Ruf weit über die Saalestadt hinaus.  So war dann auch das Opernhaus zur Premiere und Uraufführung des Balletts „Casanova“ gefüllt bis in die oberen Ränge.

In seiner Inszenierung hat der Ballettdirektor der halleschen Oper seinen umtriebigen Helden Casanova in eine besondere Geschichte eingebettet und  – Musikfreunde wird’s freuen  – die Aufführung mit Lifemusik von W.A. Mozarts untermalt. So tanzt die Compagnie nach Melodien aus „Don Giovanni“, der „Kleinen Nachtmusik“ und anderen Werken des Meisters – von Rossa feinfühlig ausgewählt.  Es spielt die Staatskapelle unter dem Dirigat von David T. Heusel.

Die Bühne  (Bühnenbild Matthias Hönig) besteht aus Wänden, die mit Schriftzügen bemalt sind – wohl die Memoiren des großen Verführers. Dann noch einmal eine Bühne in der Bühne, die teils mit Videos, teils life bespielt wird.

Und so geht die Geschichte, der gealterte Casanova erinnert sich mit seinem Diener an Zeiten, in denen ihm die Frauen zu Füßen lagen, darunter sogar Nonnen. Der gebürtige Venezianer führte ein ausschweifendes und lustvolles Leben, wird verfolgt und schließlich von Amts wegen gezwungen, zu heiraten. Eine fiktive Liebesgeschichte um den liebenswerten Frauenhelden wird dem Zuschauer erzählt. Turbulent und beherzt geht es zu auf der Bühne, aber immer auch – wie von Rossa gewohnt – mit einem Augenzwinkern. Hebefiguren, Gefühlvolles  und Pirouetten wechseln sich ab, dazwischen dramatische Fechtszenen. Das Ballett gibt alles, was für eine wunderbare Truppe Ralf Rossa da zusammengestellt hat!  Nicht nur die Solisten – u.a. Michal Sedláček (Giacomo Casanova) und  Yuliya Gerbyna (Giulia Alberti ) – tragen zum Gelingen dieses besonderen Ballettabends bei. Dem gesamten Ensemble  merkt man die Tanzfreude an. Hervorzuheben sind noch die Kostüme von Carla Caminati, die den venezianischen Glanz erahnen lassen und doch nicht überladen wirken.

Schon während der Vorstellung gab es immer wieder Zwischenapplaus und am Ende jubelte das hallesche Publikum. Das war ein zauberhafter Ballettabend.

Gisela Tanner