BSV – Der Zuckerhut steht Anderen gut

BSV Olympia

Alle vier Jahre herrscht Ausnahmezustand im Leistungssport. Olympiajahr!
Fast alle medialen Bewertungskriterien ordnen sich dem höchsten Ziel unter,
das man als Sportler erreichen kann. Olympia! Rio!

Die Tickets sind vergeben.

Zwei Boote hatten die Böllberger Kanuten für dieses hohe Ziel in die
viertägigen Qualifikationsrennen in Augsburg und Markkleeberg geschickt. Kai
und Kevin Müller im Canadier-Zweier und Lisa Fritsche im Kajak der Damen.
Der Wettkampf im C2 und im Kajak der Damen blieb bis zum Finaltagesschluss
spannend wie Liverpool gegen Dortmund. Im letzten und entscheidenden Rennen
am Sonntag gingen dann die Tickets für Rio aber an den halleschen Booten
vorbei.

Kai und Kevin Müller konnten ihre Siegesfahrt vom Samstag nicht wiederholen,
sie hätten sie gebraucht und belegten den dritten Platz am Finaltag und in
der Gesamtwertung der nationalen Qualifikation. Die Tagesgewinner und
Rioticket-Gewinner Franz Anton / Jan Benzien äußerten sich im Interview auf
der Internetseite der Nationalmannschaft: „So eine Olympiaquali ist immer
hart, von den Nerven her ist eine WM fast leichter. Wir haben oben das
Resultat der Müllers gehört, das war gut, da konnten wir einen Tick freier
fahren.“ Am Schluss waren die beiden Leipziger klar das bessere Boot und
Kevin Müller äußerte sich kurz darauf via Facebook: „Leider kein Ticket für
Rio bekommen. Aber Wahnsinn, wie viele Leute hinter uns stehen und uns das
gewünscht haben!!! Danke, vielen vielen Dank, ich freue mich auf die
Europameisterschaft und die Weltcups mit euch! Danke auch an meinen Bruder
<https://www.facebook.com/kai.muller.336> Kai – forever together!!!“

Lisa Fritsche hätte den „Olympia-Sack“ am finalen Sonntag mit einem ersten
Platz ebenfalls zumachen können. Hat sie nicht. Zwei Berührungen brachten
Lisa um das Ticket. Auf ihre schnellste Fahrzeit von 119,21 Sekunden im
Finale wurden somit vier Strafsekunden summiert und setzten Lisa Fritsche
auf Platz vier! Melanie Pfeifer aus Augsburg fährt nervenstark mit Platz
zwei durch den letzten Teil der Qualifikation und sichert sich damit das
Ticket nach Rio. Lisa´s optimistische und sportliche Reaktion: „Rio sollte
es am Ende nicht sein, aber Tokio 2020 ist fest im Blick. In den letzten
Wochen und bei vier Wettkämpfen habe ich sehr viel gewonnen, mehr als ich am
Ende verlor. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und freue mich
riesig über meine Qualifikation für die EM und die World Cups 2016. Ich
danke allen, die mich unterstützt, angefeuert & an mich geglaubt haben. Ihr
seid Spitze!“

Der BSV Halle und die Qualifikanten Kai und Kevin Müller sowie Lisa Fritsche
haben trotz der verpassten hochgesteckten Ziele eines doch geschafft: beide
Boote sind in der Nationalmannschaft und somit bei der Europameisterschaft
und der Worldcupserie 2016 am Start. Die zwei ersten Tickets für Rio wurden
schon am Samstag vergeben: die Augsburger Hannes Aigner (Kajak) und Sideris
Tasiadis (Canadier-Einer) konnten nach insgesamt drei dominanten Siegen den
Sonntag entspannt erfahren.

Die Leistungsspitze hat guten Nachwuchs in allen Bootsklassen.

„Wir haben es dieses Jahr wieder in das Junioren-Nationalteam geschafft!
Wir sind froh, dass wir die Quali so souverän meistern konnten. Jetzt können
die WM in Krakau und die EM in Solkan kommen.“ Eric Borrmann und Leo Braune
haben sich bei den zeitgleich stattgefundenen Qualifikationen für die
Juniorennationalmannschaft im Canadier-Zweier qualifiziert. Zwei Siege und
ein zweiter Platz ließen keine Zweifel aufkommen, wer hier die „Goldhamster“
auf dem Wasser waren. Der Böllberger Canadier-Trainer Martin Trummer war
richtig stolz auf seine Zöglinge, zumal sich die beiden auch gut bei den
Qualifikationen der Canadier-Einer mit Finalteilnahmen empfohlen haben.

Ebenso stolz war Lisa Fritsches BSV-Heimtrainer Sebastian Winter auf die
Nachwuchsfahrerin Stella Mehlhorn im Kajak der Juniorinnen. Die deutsche
Meisterin von 2015 konnte sich am letzten Wettkampftag den dringend
benötigten Finalsieg erkämpfen, der ihr den Einzug in die
Junioren-Nationalmannschaft als drittes Boot einbrachte.

Nicht zu vergessen die anderen Böllberger Athleten, welche nicht minder
engagiert gekämpft haben, aber leider unterlagen. Marc Harlak im C1 der
Junioren war immer dicht dran, David Franke setzte in Markkleeberg mit
seiner Finalteilnahme im Kajak der Herren Leistungsklasse am Sonntag mehr
als ein Achtungszeichen. Cedric Trödel und Felix Göttling als jüngstes Boot
am Start, kamen im C2 der Junioren ebenfalls in das Finale. Das am Sonntag
die Böllberger Kajak Juniorinnen Sarah Tauer, Constanze Feine und Stella
Mehlhorn im K1 der Juniorinnen zu dritt unter den besten Acht des
Wettbewerbes im Finale standen – ein mehr als respektables Ergebnis.

Die Böllberger Kanuten fahren also in dieser Saison mit vier Booten in die
internationalen Wettbewerbe. Das ist gut! Natürlich hätten es mehr sein
können. Natürlich hätte es ein Boot nach Olympia schaffen sollen. Das haben
die Kanuten aus der Saalestadt leider nicht geschafft. Da fehlte das letzte
Quäntchen Glück, aber sie werden die deutschen Farben bei den ausstehenden
internationalen Wettbewerben mit kräftigen Akzenten  zu malen wissen. Am
besten mit Gold. Versprochen!

Quelle: BSV Halle
Foto: BSV

 

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