Brunnengeschichten mit musikalischer Untermalung

Brunnengeschichten

Es war einer dieser heißen Tage im Juli, an denen es die meisten Hallenser in Schwimmbäder oder kühle Räume zieht. Aber auch in Kröllwitz direkt neben der gleichnamigen Schule versammelten sich am 22.6.2016 Einheimische und Gäste auf einem schattigen Plätzchen unter großen Bäumen. Der Grund, Dr. Christina Böttcher und Vincenz Wieg boten „Brunnengeschichten & Musik“. Der Platz dieser kurzweiligen Veranstaltung wurde nicht zufällig gewählt. Schließlich stand hier von 1939 bis 1956 der Gänsebrunnen und sprudelte mal mehr, mal weniger. Irgendwann war der Schöpfer dieses Kunstwerkes, Professor Gustav Weidanz, gar nicht mehr so begeistert von dem Standort an der Kröllwitzschule.

Brunnengeschichten mit Musik
Weil der Brunnen gleich mehrmals mutwillig beschädigt wurde, fürchtete der Künstler um sein Werk und bat die Verantwortlichen der Stadt, den Brunnen an einem anderen Platz aufzustellen. Nun hatte die Stadt aber nicht den gesamte Brunnen umgelagert, sondern nur die Gänse. Der „Rumpf“ des Brunnens steht immer noch an seinem angestammten Platz und wer genau hinschaut, kann noch die Mosaiksteinchen im Inneren der Brunnenschale entdecken. Wo die Gänse ein neues Zuhause fanden, darüber berichtete Dr. Christina Böttcher, Vorsitzende des Vereins „Interessengemeinschaft Gänsebrunnen Halle-Kröllwitz“, an diesem Abend, immer wieder aufgelockert von den musikalischen Darbietungen Vincenz Wiegs auf der Klarinette.

Brunnengeschichten mit Musik
Aber nicht nur über den Kröllwitzer Brunnen konnten die Zuhörer Wissenswertes erfahren, auch über die Brunnen in Halle an sich und die Geschichte des Stadtteils Kröllwitz. Dank ihrer intensiven Arbeit haben die Vereinsmitglieder auch am Hubertusplatz und auf dem Kröllwitzer Friedhof Brunnen aufgespürt. Ziel der Vereins bleibt es aber, den Gänsebrunnen wieder zum Sprudeln zu bringen. Dafür hat die Vereinsvorsitzende in Archiven gestöbert und so manche interessante Informationen aufgespürt.

Brunnengeschichten & Musik
Das Rekonstruieren des Brunnens ist ein aufwändiges Unterfangen, schließlich haben sich die technischen Vorschriften geändert, und schon allein einen Verein zu gründen sei eine komplizierte Angelegenheit, weiß Christina Böttcher. Ein Finanzbedarf von ca. 120 000 Euro wurde ausgemacht.

Brunnengeschichten & Musik
Nun haben sich schon mehrere Sponsoren zur Unterstützung bereit erklärt und auch die Hallenser spenden fleißig, es werden aber immer noch finanzielle Mittel benötigt. Erfreulich ist, dass die Formen für die Gänse gefunden wurden, ein weiterer Schritt zur Wiederbelebung des Brunnens.

Die Veranstaltung gab einen Vorgeschmack darauf, wie der einst als „Schmuckplatz“ geplante Ort wieder zum Treffpunkt für Kröllwitzer und Gäste werden kann.

Mehr Informationen und Möglichkeiten zum Spenden auf der Webseite ders Vereins gänsebrunnen-kröllwitz.de

 

Gisela Tanner
Fotos: Thomas Mergen, Gisela Tanner