Beth Hart im Leipziger Haus Auensee

Beth Hart - Foto: H.-J.Paasch

Unser Autor H.-J.Paasch war wieder einmal in der Region unterwegs, zu einem Konzert von  Beth Hart:

Das lange Warten hat ein Ende. Am 12. Mai hat Beth Hart ihre „Fire on the Floor tour 2017“ in Deutschland gestartet. Ich konnte Beth bereits einmal in der Fabrik Magdeburg erleben. So eine Stimme! Ich kann das einfach nicht mehr vergessen. Heute ist Sie ein fester Bestandteil meiner Playlist. Jeder vergleicht ihre Stimme sofort mit der von Janis Joplin. Da Beth Hart 15 Monate nach Joplins Tod geboren wurde, kann es sich einfach nur um eine Wiedergeburt dieser genialen Stimme handeln. Gleichzeitig sehen wir bei Beth wie sich Janis hätte entwickeln können, wenn ihr ein längeres Leben vergönnt gewesen wäre.

War das Magdeburger Konzert noch ein Insider-Tipp und das Konzert wenig besucht, so war das Haus Auensee bereits seit längerem ausverkauft. Das Publikum war meist älter, junge Leute kaum zu sehen. So habe ich das nicht erwartet. Im Fernsehen kommen doch ständig irgendwelche Sing-Talente- Shows. Wollen keine jungen Leute eine solche Stimme hören?

Immerhin hat ihr neues Album Platz 18 in den deutschen Charts erreicht. Aber diese Musik ist eben heute kein Mainstream. Leider ist der Saal eng bestuhlt. Wie soll man bei dieser Musik sitzen können? Mach ich nicht. Ich stelle mich einfach an die Seite.

Beth Hart spielt eine Mischung aus Blues, Soul und Jazz. Die Titel ihres neuen Albums „Fire on the Floor“ passen sehr gut zu Ihrem anderen Repertoire. Sie reizt alle Nuancen ihrer Stimme aus. Irgendwie geht es über alle möglichen Stimmlagen – auch hohe geschriene Töne mit Vibrato – eben wie Janis. Dazu spielt sie Gitarre oder Piano. Die anderen Musiker stehen im Hintergrund. Beth Hart ist der Star. Der Sound kling dazu wie von der CD. Beth ist Perfektionist. Fast unbemerkt beginnt Sie den Song einfach neu, wenn Sie mit einem falschen Ton anfängt. Die meisten Gäste bemerken es möglicherweise gar nicht. Obwohl hinter mir jemand steht, der sehr Textsicher zu sein scheint.

Dann verlassen die anderen Musiker die Bühne. Beth erzählt von Ihren Dämonen – Alkohol, Drogen und ihre bipolare Störung. Dann ein großer Dank an ihren Ehemann, dessen Liebe ihr hilft dieses zu besiegen. Es folgt der Titel „Leave the light on“, der davon erzählt. Beth singt a capella nur von ihrem Piano begleitet. Ein bewegender Moment. In der Zugabe ist er dann auch, der Titel von Janis Joplin.

Vielen Dank auch an den Veranstalter Mascot Label Group, der mit die Fotoaufnahmen gestattete.

 

Hans-Jürgen Paasch