Beschäftigung – Männer arbeiten länger

Am 3. November ist Weltmännertag, diesen Tag nahm die Arbeitsagetur zum Anlass, sich mit der Situation des „starken Geschlechts“ auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zu beschäftigen.

So sieht das Ergebnis aus:
„Männer in Sachsen-Anhalt arbeiten länger. Von den 383.400 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern (Stand Juni 2011) haben über 93 Prozent einen Vollzeitjob, bei den Frauen sind es nur 66,5 Prozent. „Männer tragen häufiger mehr zum Familieneinkommen bei, weil sich die meisten Frauen neben ihrer Beschäftigung auch um die Kindererziehung kümmern. Aus Untersuchungen wissen wir aber, dass die Hälfte aller Frauen, die in Teilzeit arbeiten,  gern in Vollzeit arbeiten würden, die passende Stelle jedoch nicht finden“, sagte der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius in Halle. Aufgrund ihrer stabileren Beschäftigungsverhältnisse haben Männer auch wesentlich weniger häufig einen Nebenjob als Frauen. Von den fast 30.000 geringfügig entlohnten Nebenjobbern in Sachsen-Anhalt sind rund 11.400 männlich (38%) und 18.400 weiblich (62 Prozent). „Oft ist es so, dass die Frauen sich wegen ihrer Teilzeitbeschäftigung noch etwas dazu verdienen“, so Kay Senius.

Männer in Sachsen-Anhalt haben mehr auf dem Gehaltszettel als Frauen. So lag der Medianbruttolohn bei Männern im Jahr 2010 bei 2018 Euro, bei Frauen knapp darunter – bei 1.962 Euro brutto. „Männer sind in den höheren Einkommensklassen überrepräsentiert. In Vollzeit beschäftigte Frauen sind dafür in niedrigen Einkommensgruppen viel stärker vertreten als Männer. In der Entgeltgruppe bis 1.000 Euro liegt der Männeranteil nur bei rund 30 Prozent. In den Gehaltsgruppen oberhalb von 3.000 Euro steigt dieser Anteil auf  fast 57 Prozent“, erklärt Kay Senius. Grund: Männer arbeiten häufiger in besser bezahlten technischen Berufen, Frauen mehr im schlechter bezahlten Sozialen- oder Dienstleistungsbereich.

Trotz des besseren Verdienstes – besser ausgebildet sind Männer nicht. 8,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Sachsen-Anhalt haben keine Berufsausbildung. Bei den Frauen liegt der Anteil bei nur 7,1 Prozent.
Dazu kommt: 8,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Sachsen-Anhalt haben einen akademischen Berufsabschluss. Bei den Frauen liegt dieser Wert darüber, bei 9,2 Prozent. Wie kommt es, dass Männer bei Verdienst und Karriere trotzdem oft besser da stehen: „Männer starten meistens mit schlechteren Schulabschlüssen in das Berufsleben, sie orientieren sich aber der bei Berufswahl eher an Jobs, die besser bezahlt sind und bessere Karriereaussichten haben. Frauen hingegen haben zwar bessere Zeugnisse, lernen aber oft Berufe, in denen die Bezahlung schlechter, die Konkurrenz groß und die Karriereaussichten nicht so gut sind“, erklärt Kay Senius.

„Schon bei der Berufswahl setzen junge Männer auf typisch männliche Berufe. Unter den jährlichen TOP TEN der am häufigsten gewählten Berufe finden sich vor allem Fertigungs- und technische Berufe, aber auch Dienstleistungs- und Büroberufe“, so Kay Senius. Bei den Frauen seien in den TOP TEN vor allem Dienstleistungs- und Büroberufe, jedoch kein einziger Fertigungs-, technischer oder IT-Beruf vertreten. Im Ranking der häufigsten Männerberufe in Sachsen-Anhalt steht der Kraftfahrzeugführer ganz oben – 27.600 Männer üben diesen Job aus. An zweiter Stelle stehen bei den Männern aber die Bürokräfte – 21.700 Männer verbringen in Sachsen-Anhalt ihre Arbeitszeit am Schreibtisch. Auf den nächsten Plätzen folgen Hilfsarbeiter, Elektroinstallateure und Lager- und Transportarbeiter. Und: Männer arbeiten überdurchschnittlich in der Zeitarbeit. 77 Prozent der Leiharbeiter in Sachsen-Anhalt sind Männer.“

Quelle: BA regional