Berufsausbildung „U35“ für Spätstarter

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Rund 11.000 arbeitslose junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren sind ohne Ausbildung, so informiert die BA. Von den  etwa 30.800 Arbeitslose zwischen 25 und 34 Jahren In Sachsen-Anhalt gibt  haben fast 11.000 keinen Berufsabschluss. „Wir werden uns verstärkt diesen jungen Menschen widmen und mit unserer Initiative „Ausbildung wird was –Spätstarter gesucht“ geringqualifizierte Arbeitslose und Beschäftigte zwischen 25 und 35 Jahren verstärkt animieren und fördern, damit sie noch mal eine Ausbildung machen. Schließlich haben sie in der Regel noch mehr als 30 Berufsjahre vor sich. Dieses Potential dürfen wir nicht verschenken“, sagte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius. Lutz Wesche, Leiter Bildung und Arbeitsmarkt der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e. V., sagte: „Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen in Sachsen-Anhalt auch in Zukunft zu sichern, spielt die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern eine zentrale Rolle. Angesichts des sich bereits heute abzeichnenden Mangels an Fachkräften in vielen Bereichen ist die Erschließung aller Arbeitskräftepotentiale dabei ein wichtiger Schritt.“

Udo Gebhardt, Vorsitzender des DGB in Sachsen-Anhalt, erklärte: „Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sind deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt integriert, verdienen weniger und das Risiko der Arbeitslosigkeit ist weitaus höher als für gleichaltrige junge Fachkräfte, Daher ist es wichtig, jungen Erwachsenen mit schwierigen Startbedingungen eine zweite Chance zu ermöglichen. Die besten Perspektiven gibt es nur mit einer Ausbildung.“ Die Ankündigung der Bundesagentur für Arbeit (BA), jungen Männern und Frauen ohne Berufsausbildung unter 35 Jahren eine zweite Chance zu geben, werde daher vom DGB Sachsen-Anhalt begrüßt, so Gebhard weiter. Kay Senius wies darauf hin, dass sich eine Ausbildung immer lohne. Untersuchungen hätten ergeben, dass Fachkräfte im gesamten Erwerbsleben bis zu 300.000 Euro mehr verdienten. Außerdem müssten ausgebildete Fachkräfte seltener den Arbeitgeber wechseln und machten eher Karriere im Betrieb als Ungelernte.

Im Vordergrund der Initiative stehen betriebliche Ausbildungsplätze beim Arbeitgeber. Die „Spätstarter“ werden als Auszubildende vom Arbeitgeber eingestellt und erhalten Ausbildungsentgelt. Alternativ können die Arbeitsagenturen und Jobcenter Interessierte mit Vollzeit- und Teilzeitweiterbildungen in einem anerkannten Berufsbild unterstützen. Zudem können auch Lehrgänge zur Vorbereitung auf Abschlussprüfungen bei den Kammern gefördert werden. Bestand vor der Weiterbildung ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II, wird die Leistung in der Regel weiter gewährt. Zudem können Fahrtkosten oder Kinderbetreuungskosten übernommen werden. Arbeitgeber können für die ausfallbedingten Weiterbildungszeiten von Beschäftigten Zuschüsse zum Arbeitsentgelt beantragen und auch die Lehrgangskosten können von den Arbeitsagenturen übernommen werden.

In einem ersten Schritt werden in den Arbeitsagenturen und Jobcentern junge Menschen angesprochen und über berufliche Möglichkeiten beraten. In den letzten Monaten haben die Vermittlungsfachkräfte in Sachsen-Anhalt mit dem größten Teil der geringqualifizierten Arbeitslosen, die für einen Berufsabschluss in Frage kommen, Gespräche geführt. Die Arbeitsvermittler bieten zudem Hilfestellung und Begleitung bei Fragen im persönlichen Umfeld an und unterstützen die regionale Mobilität. Ziel ist Berufsabschluss im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung oder einer abschlussorientierte Qualifizierung.

Quelle und Foto: BA regional