Bejubelte Premiere der Zauberflöte an der halleschen Oper

Sandra Maxheimer,Robert Sellier, Anke Berndt, Ki-Hyun Park Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Copyright: Falk Wenzel
Sandra Maxheimer,Robert Sellier, Anke Berndt, Ki-Hyun Park Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Copyright: Falk Wenzel
Sandra Maxheimer,Robert Sellier, Anke Berndt, Ki-Hyun Park
Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Copyright: Falk Wenzel

Obwohl das Werk Mozarts und Schikaneders schon 1791 uraufgeführt wurde, hat es bis heute seinen Zauber nicht verloren, das liegt an den eingängigen Melodien genauso wie an der Bandbreite der Charaktere. So strömte auch das hallesche Publikum aller Altersklassen am Sonnabend erwartungsfroh ins Opernhaus, um die Inszenierung Axel Köhlers – Intendant der Oper – zu erleben.

Nun hat ja der eine oder andere schon eine Aufführung der Zauberflöte an unterschiedlichen Opernhäusern gesehen. Deshalb ist es immer besonders spannend, wie das Werk aktuell umgesetzt wird. Das hallesche Publikum war zufrieden, brandete doch immer wieder Zwischenapplaus auf, und das, obwohl einiges ungewohnt erschien. So schwebte Tamino (Robert Sellier) ähnlich dem kleinen Prinzen auf einem Asteroiden in den Bühnenraum ein. Die drei Damen (Anke Berndt, Sandra Maxheimer und Olivia Saragosa als Gast) retten Tamino nicht nur vor der Schlange und zeigen ihm das Bild von Tamina, sondern sie stöckeln munter auf ihren High Heels umher. Selbst in eine Table Dance Bar wurde das Publikum entführt.

Die drei Knaben (Moritz Kube, Anton Guhlmann und Alexander Schmidt- Mitglieder des Stadtsingechores) agierten überraschend unbeschwert als Boxchampions, Köche oder Feuerwehrleute auf der Bühne, um Tamino bei seinem Vorhaben, Tamina zu retten, den Weg zu weisen. Schnell erobert Papageno – von Ki-Hyun Park überzeugend, stimmgewaltig und mit viel Witz gesungen und gespielt – das Publikum. Die Königin der Nacht (Agata Wilewska als Gast) – verzaubert mit ihren Koloraturen, und natürlich schwebte sie in überdimensionalem Gewand vom Himmel. Ines Lex als Pamina verleiht der Rolle einen heiteren, ja fast kindlichen Charakter, eine ideales Zusammenspiel mit dem klaren Tenor  Taminos.

Dieser bemerkt bald, dass Sarastro (Ulrich Burdack mit der erforderlichen körperlichen und stimmlichen Ausstrahlung) in seinem Reich gar nicht so böse agiert, wie zuvor von der Königin der Nacht behauptet. Im Gegenteil, er verkörpert Weisheit und Würde. Das wird allerdings immer wieder gebrochen, z.B. als  er  vom  Opernchor  in offensichtlich bayrischer Tracht begleitet wird, wobei ein Schmunzeln durch das Publikum ging. Das Bühnenbild mit verschiedenen Lichteffekten von Hartmut Schörghofer als Gast mag etwas futuristisch anmuten, bietet aber einen angemessenen Hintergrund für die facettenreiche Handlung. Beeindruckend etwa, als sich die Priester mit ihren weiten Gewändern und schwarzen Zylindern vor blau angestrahltem  Hintergrund bewegten. Auf den historischen Aspekt bedacht und doch modern und mit einer Portion Ironie waren die Kostüme von Corinna Crome als Gast. Gewohnt zuverlässig agierten die Staatskapelle unter der Leitung von Andreas Henning und der Chor unter  Jens Petereit. Das Das war eine  Inszenierung, die den Hallensern viel Freude bereitet hat.

Gisela Tanner   www.tannertext.de
Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Copyright: Falk Wenzel