Begegnungen. Von Cranach bis Holbein – 1905: Die Reinhold Steckner-Stiftung – neue Ausstellungen in der Moritzburg

Begegnungen. Von Cranach bis Holbein

In der Moritzburg, dem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten halleschen Kunstmuseum, tut sich etwas: Immer wieder überzeugt das Team um Museumsdirektor Bauer-Friedrich mit neuen Ideen. So ist mit der Ausstellung „Begegnungen. Von Cranach bis Holbein“ – zu sehen bis zum 28. November 2018 – im Nordflügel des Museums- etwas völlig Neues entstanden:
Zum ersten Mal wird ein gemeinschaftliches  Ausstellungsprojekt präsentiert, das die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau zusammen organisiert haben. Das  Kunstmuseen ­ Moritzburg Halle und die Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau stellen als Kunstsammlungen Sachsen-Anhalt ihre Werke gemeinsam aus. Das ist etwas Besonderes, weil sich trotz dieser Zusammenarbeit die Eigentumsverhältnisse der Werke nicht verändern. Mit der Kunstsammlung Sachsen-Anhalt wollen beide Museen  ein noch breiteres Publikum erreichen und damit das vielfältige kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts über die regionalen und nationalen Grenzen hinaus bekannt machen. So sind z.Z. auch im Kunstmuseum Moritzburg, dem Zentrum der klassischen Moderne, die Schätze der Renaissance – Werke alter Meister-  zu sehen.

Moritzburg Kranach-Holbein - Steckner Stiftung

Die aktuelle Sonderausstellung  präsentiert Kunstwerke, die selten gezeigt wurden. Die 75 Meisterzeichnungen aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, dazu 6 Tafelgemälde, 23 Flugblätter, 3 kunsthandwerkliche Objekte und 25 Medaillen aus dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)  entstanden im 15. und 16. Jahrhundert. Ministerpräsident Haseloff betont die Synergien, die durch das gemeinsame Projekt entstanden sind und weist darauf hin, dass Kooperation und Vernetzung gerade im Kulturbereich zunehmend an Gewicht gewinnen.

In der Ausstellung sind u.a. Handzeichnungen aus der Graphischen Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau zu sehen –  Porträt, Mythologie / Allegorie und Religion. Diese Werke wurden u.a. von Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Urs Graf, Ambrosius Holbein und Tobias Stimmer geschaffen. Die Moritzburg stellte für diesem Ausstellungbereich u.a. Tafelgemälde ihrer Gemäldesammlung bereit, die dank der Unterstützung der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) e. V. und der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, in den vergangenen Jahren kunsttechnologisch untersucht und aufwändig restauriert werden konnten. Dazu kommen drei Holztafeln aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert und der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von niederländischen Meistern. Flugblätter, die in ihrer Zeit einen Schwerpunkt der Kommunikation darstellten, ergänzen diesen Ausstellungsbereich. Mehr als Tausend davon besitzt das hallesche Museum.  Im  Foyer können sich die Besucher in einer Präsentation von kunsthandwerklichen Objekten und Medaillen auf die Ausstellung einstimmen (2.Foto von oben).

 

Wege zur Burg der Moderne – 1905: Die Reinhold Steckner-Stiftung

Moritzburg Kranach-Holbein - Steckner Stiftung
In der Nordbox zeigt das Museum einige seiner Werke unter der Perspektive „Stifter und Schenker“ (Foto). Es geht um die „Reinhold-Steckner-Stiftung“ von 1905, die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Museum geleistet hat.  Der damalige Direktor Max Sauerlandt Bezeichnete den Tag der erhaltung der Stiftung als „zweiten Gründungstag des Museums“. Mit dieser Ausstellung wird die Bedeutung der Stifter und Schenker hervorgehoben. Zu sehen sind in der Nordbox Werke, die mit der „Reinhold-Steckner-Stiftung“ erworben wurden. In Würdigung der Bedeutung der Stifter und Schenker will sich das Kunstmuseum diesem Thema in seinen weiteren Forschungen intensiv widmen.

Ausstellung „Begegnungen. Von Cranach bis Holbein“ vom 12. November 2017 – 28. Januar 2018

 

Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops begleitet. Weitere Informationen geben ein bebilderter Katalog (19,90 Euro) und das umfangreiche Bestandsverzeichnis der Handzeichnungen der Spätgotik und der Renaissance aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau (49,95 Euro).

Der Trailer zur Ausstellung:  https://www.youtube.com/watch?v=EY8Wkg1YAXQ&feature=youtu.be

 

Gisela Tanner nach Informationen der Moritzburg