Barrierefreie Auskunft – HAVAG erhielt Zuschlag

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In den HAVAG-Fahrzeugen ist es schon realisiert, nun soll es auch im Haltestellenbereich umgesetzt werden:
Damit sich blinde oder sehbehinderte Menschen an Haltestellen besser orientieren können, arbeitet die HAVAG derzeit an einer Lösung, bei Einfahrt eines Busses oder einer Bahn in den Haltestellenbereich künftig Linie und Fahrtziel nicht nur anzuzeigen, sondern auch anzusagen. Das ist das Ziel des neuen Projektes „Barrierefreie Auskunft“, mit dem sich die HAVAG beim Land beworben hatte und kürzlich den Zuschlag für Fördermittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 153.000 Euro erhielt. Das Vorhaben ist eine Maßnahme aus dem Landesrahmenplan Intelligente Verkehrssysteme (IVS) und soll frühestens im Jahr 2015 umgesetzt werden.

„Laut Behindertengleichstellungsgesetz sind wir verpflichtet, für sinnesbehinderte Menschen, ob gehörlos oder blind, auf allen Kommunikationswegen das sogenannte Zwei-Sinne-Prinzip einzuführen“, erklärt Peter Kolbert, bei der HAVAG für Intelligente Verkehrssysteme zuständig. „Auf mehr als 40 optischen Fahrgastanzeigen im Stadtgebiet, unseren sogenannten OFI-Anlagen, werden bereits einfahrende Linie mit Fahrtziel angezeigt – für die Gehörlosen kein Problem. Doch weil blinde oder sehbehinderte Menschen optisch dargestellte Informationen nicht oder nur teilweise erfassen können, arbeiten wir nun im Rahmen dieses Projektes sowie in enger Kooperation mit der Stadt Halle und den entsprechenden Verbänden an einer akustischen Lösung.“

Bei Einfahrt von Bus oder Bahn  in den Haltestellenbereich sollen Linie und Fahrtziel angesagt und  die OFI-Anlagen mit einer akustischen Wiedergabe ausgestattet werden. „Die technische Herausforderung besteht allerdings darin, die Ansagen nur auszulösen, wenn sich tatsächlich blinde und sehbehinderte Fahrgäste im Erfassungsbereich befinden. In Dresden arbeitet man beispielsweise mit einem kleinen Handsender, der beim Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e. V. erworben werden kann“, so Peter Kolbert.

Quelle: Stadtwerke Halle