Ballett Rossa zähmt die Widerspenstige und begeistert Publikum

Bilder: TOO Copyright: Yan Revazov - Ludivine Dutriez-Revazov (Katharina), Ensemble des Ballett Rossa
Bilder: TOO Copyright: Yan Revazov - Ludivine Dutriez-Revazov (Katharina), Ensemble des Ballett Rossa
Bilder: TOO (C) Yan Revazov – Ludivine Dutriez-Revazov (Katharina), Ensemble des Ballett Rossa

Einen Ballettabend vom Feinsten konnten die Besucher der Uraufführung „Die Zähmung der Widerspenstigen“ am vergangenen Freitag in Halle erleben. Da stimmte einfach alles, die Choreographie  sowieso, aber auch das opulente Bühnenbild (Matthias Hönig) und die rauschenden Kostüme (Carla Caminati  als Gast). Diese Inszenierung, die Kompagniechef Ralf Rossa mit einem Augenzwinkern auf die Bühne gebracht hat, sprühte vor Temperament, Heiterkeit und Dramatik. Die bekannte Komödie  „The Taming of the Shrew“ des Altmeisters der Dramatik William Shakespeare  erhielt von Rossa kurzerhand eine Rahmenhandlung, die die Dramatik – im wahrsten Sinne des Wortes – auf die „Spitze“ trieb.

Es geht nicht nur um die Geschichte der Töchter des Baptista Katharina und Bianca, sondern auch um die Premiere (1. Teil)  und die letzte und 150. Aufführung des Balletts in Bad Schussenried (2. Teil). Zunächst  erleben die Zuschauer, wie die jüngere   Tochter Bianca und der wohlhabende Lucentio aus Pisa sich ineinander verlieben und heiraten wollen. Es gibt da nur ein Problem: Vater Baptista hat verfügt, dass Bianca sich erst vermählen darf, wenn ihre ältere Schwester Katharina zum Traualtar geführt wurde. Diese vergrault aber alle Männer und macht das Vorhaben der jüngeren Schwester fast unmöglich, wenn da nicht der Edelmann Petruchio aus Verona wäre. Der hat es eigentlich nur auf die Mitgift abgesehen und versucht Katharinas Gunst zu erringen, indem er sich genauso widerspenstig verhält wie sie. Schließlich kommt es doch noch zum Happy End, Katharina wird durch die Liebe gezähmt und auch ihre Schwester Bianca kann heiraten.

Soweit, so gut, doch nach der Pause werden die Zuschauer in die Probe zur letzten Aufführung in Bad Schussenried versetzt und erleben Unerwartetes. Es kommt zu dramatischen verwirrenden Szenen, der Darsteller des Petruchio trennt sich von der Tänzerin der Katharina und verliebt sich in die launische Tänzerin der Bianca. Kann die letzte Vorstellung überhaupt stattfinden? Der zweite Teil übertrifft den ersten an Leidenschaft und  Emotionalität.

Das hallesche Ballettensemble zeigt sich wieder von seiner besten Seite, tänzerisch perfekt und witzig.  Ludivine Dutriez-Revazov als Katharina ist „widerspenstig bis in  die Haarspitzen“,  ihr „Bezwinger“ Petruchio wird in gewohnter Professionalität von Michal Sedláček getanzt, Bianca –  Yuliya GerbynaLucentio – und ihr Freier – Dalier Burchanow- ringen glaubhaft um die Chance ihre Liebe. Als Musik zum Ballett hat Ralf Rossa u.a. Werke von Ottorino Respighi und  Frédéric Chopin ausgewählt. Die Musik wird eingespielt.

Das Publikum gab schon während der Vorstellung großzügig Zwischenapplaus und zum Schluss wollte der Beifall kein Ende nehmen, Standing Ovations und Jubelrufe belohnten das leistungsstarke Ensemble um Ralf Rossa. Diese einzigartige  Premierenatmosphäre kann man nicht beschreiben, man spürt sie nur, wenn man life dabei ist.

Nächste Vorstellungen:  Samstag, 19. April – Mittwoch, 30. April  – Freitag, 2. Mai 2014

Gisela Tanner www.tannertext.de