Ball im Savoy – ein vergnüglicher Abend an der Oper Halle

Foto: © Falk Wenzel - Elke Kottmair (Daisy), Björn Christian Kuhn (Mustapha), Ensemble
Foto: © Falk Wenzel - Elke Kottmair (Daisy), Björn Christian Kuhn (Mustapha), Ensemble
Foto: © Falk Wenzel –
Elke Kottmair (Daisy), Björn Christian Kuhn (Mustapha), Ensemble

[Foto: © Falk Wenzel] Ja, wer wünscht sich das nicht, ein Jahr lang Flitterwochen, und das an den schönsten Orten der Welt. Doch irgendwann geht diese Zeit auch einmal zu Ende, und dann drängen sich wieder die Probleme des Alltags in den Vordergrund. So geschehen an der Oper Halle am 9. Mai zur Premiere der Operette „Ball im Savoy“ mit Musik von Paul Abraham.

Wie sich schnell zeigt, ist auch das Leben in der gehobenen Gesellschaft nicht immer frei von Schwierigkeiten. Das erleben der Marquis Aristide de Faublas (Ralph Ertel) und seine Gattin Madeleine de Faublas (Anke Berndt) im Nizza der 20er Jahre. Was war passiert? Kaum heimgekehrt, erhielt der Marquis von seiner ehemaligen Geliebten,  der argentinischen Tänzerin Tangolita (Gabriele Bernsdorf), eine Einladung zum Ball im Savoy. Schließlich hat er ihr bei der Trennung ein letztes Rendezvous versprochen.  Da kann nur einer helfen, Aristides Freund  Mustafa Bey, Attaché bei der türkischen Botschaft in Paris (Björn Christian Kuhn). Ein Alibi muss her. Widrige Umstände sorgen dafür, dass der Schwindel  auffliegt.  Aristides angeblicher Freund, den er auf dem Ball treffen möchte,  ist in Wirklichkeit die Jazzkomponistin Daisy Darlington (Elke Kottmair), entfernt verwandt mit Gattin Madeleine. So informiert entschließt sich die „Ex-Flitterwöchnerin“ argwöhnisch,  inkognito auf den Ball zu gehen. Die Schwierigkeiten sind vorprogrammiert. Es kommt zu Verwicklungen und Missverständnissen, aber so viel sei verraten, am Schluss wird alles gut. So ist es nun mal bei Operetten.

Dass diese Inszenierung vom Publikum so begeistert aufgenommen wurde, hat mehrere Gründe. Als Regisseur hat man Tobias Bonn, bekannt als »Toni Pfister« der »Geschwister Pfister«, nach Halle geholt. Der Musikkabarettist, Sänger und Schauspieler ist bekennender Operettenfan und legte eine lebhafte kurzweilige Inszenierung vor. Für die musikalischen Wohlklänge sorgte Andreas Henning mit der Staatskapelle Halle und Mitglieder des Balletts der Oper gaben der Inszenierung den nötigen Schwung. Die Sänger  des Opernchores zeigten einmal mehr ihre schauspielerischen  Fähigkeiten. Doch was wäre eine Inszenierung ohne die Solisten!

Anke Berndt gab die facettenreiche Madeleine mal verliebt, mal eifersüchtig, mal kämpferisch und mit Augenzwinkern. Ralph Ertel war ein Ehegatte zum Dahinschmelzen und Björn Christian Kuhn zeigte wieder einmal sein komödiantisches Talent und tänzelte fröhlich singend über die Bühne. Oft standen ihm seine sechs Ex-Ehefrauen zur Seite, zauberhaft dargestellt von Damen des Opernchores.  Elke Kottmair war souverän als Daisy Darlington zu erleben, Stepptanzeinlagen inbegriffen. In gewohnter Professionaltät zeigte sich Gabriele Bernsdorf. Verpackt war alles in ein farbenfrohes oppulentes Bühnenbild  (Stephan Prattes  als Gast). Die Kostüme von Heike Seidler (Gast) gaben besonders den Ballszenen den nötigen Glanz.

Das war ein vergnüglicher Abend und der eine oder andere wird bemerken, dass er einzelne Titel der Operette
schon lange gekannt hat.

Gisela Tanner
Nächste Vorstellungen: 13.05.2015 19:30 * 17.05.2015 15:00 * 22.05.2015 19:30