Ausblicke: Marianne Sägebrecht liest in den Franckeschen Stiftungen Halle

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Kulturevents in Halle – Ausblicke:

Marianne Sägebrecht ist (Lebens-) Künstlerin mit bayerischem Pragmatismus, Witz und Tiefgang. Sie kämpft für ihre Ideale und immer für ‚echte’ Menschen, allemal für diejenigen am ‚Rande’ wohlgefälliger Norm. Sie steht für diese Lebenshaltung mit allen Facetten ihres künstlerischen Weges ein: Als Schauspielerin, als Autorin, und sehr gezielt auch mit Ihren Lesungen – oder besser: mit ihren Einladungen an das Publikum zur ‚Begegnung’, zum gedanklichen Austausch. Denn Marianne Sägebrecht ignoriert die Kluft zwischen Bühne und Publikum. Sie erzählt, rezitiert und liest mit Blickkontakt und auf ‚Augenhöhe’. Mal leise – zart, mal spritzig-provokant – eine Mischung mit typischer ‚Sägebrecht Würze’ …  

Marianne Sägebrecht gehört zu den großen deutschen Schauspielerinnen, die auch international erfolgreich sind. 1984 gelang ihr der Durchbruch mit der Komödie »Zuckerbaby« (Lubitsch-Preis), der beim Film-Festival New York 1985 und dem darauf folgenden amerikanischen Filmstart ein großer Erfolg beschieden war. Es folgte 1997 die bayerisch-amerikanische Komödie »Out of Rosenheim« (Int. TiteI: Bagdad-Café), die Percy Adlon in der Mojave-Wüste in Kalifornien in Szene zu setze. Dieser Film erlangte KuIt-Status, wurde mit dem Bundesfilmpreis geehrt und war mit der 1989 folgenden deutsch-amerikanischen Film-Produktion »Rosalie goes shopping« (Dt. Wettbewerbsbeitrag‘ in Cannes 1990), sowohl bei der Filmkritik als auch an den Kinokassen äußerst erfolgreich. Fortan spielte sie an der Seite von rennomierten Schauspielern wie Michel Picccoli (Martha & ich), Richard Dreyfuss (Moon over Parador), Michael Douglas/ Danny DeVito/Kathleen Turner (Der Rosenkrieg), John Malkovich (Der Unhold), Gerard Depardieu (Asterix und Obelix). In Deutschland besitzt die „Sägebrecht“ mit der Filmfigur „Marga Engel“ eine unglaubliche Fangemeine.

Der Titel Ihres neuen Programms ‚Frühlingserwachen’ spielt nicht nur auf das  jahreszeitliche Erwachen an, sondern auch auf all die Erwartungen, die Hoffnungen auf einen Neubeginn im eigenen Leben wie im großen Zeitgeschehen, für die uns der Frühling als Synonym steht. Die Auswahl ihrer Texte ist ausgerichtet auf Autoren, die aus ihrer Sicht „über den eigenen Tellerrand hinaus gesehen haben und an einen Sinn hinter den Dingen und die Möglichkeiten zu einem Neubeginn glaubten, wie schwer die Zeiten auch waren“. Berthold Brecht oder Kurt Tucholsky gehören natürlich zum „engen Kreis“, aber es kommen auch Autoren zu Wort, die dem Publikum vielleicht nicht ganz so vertraut sind. Dazu gehört der Österreicher Theodor Kramer (seine Texte wurden durch die Gruppe Zupfgeigenhansel bekannt) ebenso, wie  der erfolgreiche brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho. Die Sägebrecht lässt gleichsam mit Bartold Heinrich Brockes, einen Dichter der frühen deutschen Aufklärung zu Wort kommen. Sein Hauptwerk ist die naturlyrische Gedichtsammlung Irdisches Vergnügen in Gott, in der die Natur in ihrer Schönheit und Nützlichkeit als Mittler zwischen Mensch und Gott reflektiert wird, haben unter anderen auch Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann (1716) vertont.

Tickets über alle bekannten Vorverkaufsstellen & unter www.cultour-buero-herden.de

Quelle: Ulf Herden