Auch Stadtwerke beim Hochwasser im Einsatz – Sandsäcke bei der HWS

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Der aktuelle hohe Pegelstand der Saale beeinträchtigt die Versorgung und Entsorgung in Halle (Saale) punktuell. „Wir sind mit vielen Spezialkräften und Sonderschichten rund um die Uhr im Einsatz und tun alles, um die Ver- und Entsorgung in Halle aufrecht zu erhalten. Wo es möglich ist, informieren wir selbstverständlich die Bürger. Aus Sicherheitsgründen müssen wir aufgrund der Brisanz der Lage jedoch oft schnell handeln“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Matthias Krause, Mitglied des Krisenstabes der Stadt Halle.

Bei der EVH sind in der Gas- und Fernwärmeversorgung keine Einschränkungen zu vermelden, jedoch in der Stromversorgung in folgenden Gebieten: Planena, Peißnitzinsel, Riveufer, Fährstraße, Ziegelwiese, Würfelwiese, Sandanger, Pulverweiden, Ammendorf, Wilhelm-Grothe-Straße, Burgholz, Ankerstraße (MMZ), Sophienhafen, Brachwitzer Straße, Hafenstraße. Viele planmäßige Abschaltungen aus Sicherheitsgründen wurden durchgeführt, die punktuell Ausfälle zur Folge haben. Gefährdete Einrichtungen der EVH werden besonders überwacht.

Auch Anlagen der öffentlichen Straßenbeleuchtung, unter anderem auf der Peißnitz und in angrenzenden Bereichen, mussten in den vergangenen Tagen und Stunden aus Gründen der Anlagen- und Personensicherheit abgeschaltet werden. Eine Teilabschaltung der Hochmastanlagen der Straßenbeleuchtung im Bereich bis zum Franckeplatz kann momentan nicht ausgeschlossen werden. Die Mitarbeiter kontrollieren die weitere Entwicklung und deren Auswirkung auf Anlagen der Stadtbeleuchtung fortlaufend.

Im Bereich der Abwasserentsorgung gibt es zwar einige Berührungsstellen, wo Regenausläufe vom Hochwasser überspült sind. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf deren Funktion. Der Abwasser-Hauptsammler ist überflutet, da jedoch die Zuläufe weiterhin intakt sind, befördert er das Abwasser zuverlässig zur Kläranlage. Zwei Grundstücke in Lettin wurden in Absprache mit den Eigentümern von der Versorgung abgeklemmt, um Störungen zu vermeiden. Derzeit wird der Schutz des Pumpwerkes Tafelwerder überwacht und zur Sicherung bereits ein Sandsackverbau organisiert.

Die HAVAG musste die Buslinie 35 auf dem Abschnitt Brachwitzer Straße – Franzigmark einstellen, da die Brachwitzer Straße teilweise gesperrt wurde. Auch die Linienführung der Schulbuslinie 52 wurde geändert. Sie verkehrt über die Senffstraße statt über die Talstraße. Der Peißnitzexpress musste bereits am 28. Mai evakuiert werden. Per Tieflader wurde er in den Betriebshof Freiimfelder Straße gebracht.

Der Hafen Halle ist natürlich vom Hochwasser direkt betroffen: Das Hafenbecken ist vollgelaufen. Dort wurden Schutzmaßnahmen ergriffen und teilweise an gefährdeten Stellen vorsorglich der Strom abgestellt.

Seit Samstag befüllen Feuerwehrleute Sandsäcke auf dem Gelände der Äußeren Hordorfer Straße. Die HWS stellt die Infrastruktur wie Sandsackfüllmaschine, Bagger und Fahrer. Die Mitarbeiter der HWS sind im Zwei-Schicht-System mit drei Mann pro Schicht im Einsatz. Zum Schutz eigener Objekte, Türen oder Kellerfenster vor Wassereintritt sind bei der HWS auf dem Wertstoffhof Äußere Hordorfer Straße Sandsäcke und Sand zum Befüllen zum Selbstkostenpreis von 50 Cent pro Stück erhältlich. Dieses Angebot wird seit zwei Tagen rege von Bürgern – vor allem aus dem Bereich Talstraße – genutzt. Wer die Säcke mit dem PKW transportieren möchte, wird darauf hingewiesen, dass ein gefüllter Sack etwa 20 kg wiegt. Eventuelle maximale Zuladegrenzen sollten aus Gründen der Verkehrssicherheit unbedingt eingehalten werden.

Wegen der aktuellen Wetterlage öffnen die beiden Freibäder Nordbad und Angersorfer Teiche derzeit (Montag bis Mittwoch) nur verkürzt von 10 bis 18 Uhr. Das Freibad Saline muss derzeit gänzlich die Tore schließen, weil der Technikkeller überflutet ist. Badegäste können zu den gewohnten Öffnungszeiten ausweichen auf die Schwimmhallen und das Maya mare.

Quelle: Stadtwerke Halle