Armbänder für alle stationären Patienten – Uniklinik für Patientensicherheit

© sr-gt
© sr-gt
© sr-gt

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) weitet die Bemühungen zur Patientensicherheit aus: Nachdem bereits zahlreiche UKH-Kliniken (wie beispielsweise Geburtshilfe, Innere Medizin und mehrere chirurgische Fächer) seit mehr als vier Jahren Patientenidentifikationsbänder nutzten, werden künftig alle stationären Patienten im Universitätsklinikum mit diesen Bändern ausgestattet. Damit nimmt das UKH die Empfehlungen des bundesweiten Aktionsbündnisses Patientensicherheit auf und setzt diese flächendeckend um. Im Universitätsklinikum werden jährlich mehr als 38.000 Patienten stationär behandelt.

„Nur wenn der richtige Patient die richtige, für ihn optimale Behandlung erfährt, kann die medizinische Versorgung erfolgreich sein. Voraussetzung hierfür ist, dass jeder Patient zu jedem Zeitpunkt der Versorgung sicher identifiziert werden kann. Diese scheinbare Selbstverständlichkeit ist nicht banal: Eine sichere Patientenidentifikation nimmt alle Beteiligten in die Pflicht. Regelhaft und wiederkehrend vergewissern sie sich, dass der richtige Patient die richtige Behandlung erhält. Aktive und wiederkehrende Identifizierungsmaßnahmen helfen, Patientenverwechslungen zu vermeiden und tragen damit wesentlich zur Erhöhung der Patientensicherheit bei. Die Gefahr einer Verwechslung nimmt mit der Komplexität der Behandlungsprozesse und Versorgungssysteme zu. Arbeitsteilung und Zeitdruck stellen zusätzliche Risiken dar“, erklärt das Aktionsbündnis auf seiner Internetseite. In einem Universitätsklinikum arbeiten zahlreiche Fachkräfte und Experten gemeinsam an einem Patienten. Dabei gibt es eine Reihe von Schnittstellen zur Übergabe von Patienten. Besonders in diesen Augenblicken müssen Verwechslungen ausgeschlossen werden.

In Ergänzung der bereits etablierten Vorgehensweise zur „Vermeidung von Engriffsverwechslungen bei operativen Eingriffen“ führt das Universitätsklinikum ein umfassendes System zur sicheren Identifikation von Patienten vom Zeitpunkt der Aufnahme bis zur Entlassung. Alle stationär aufgenommenen Patienten erhalten im Rahmen des Aufnahmeprozesses ein bedrucktes Patientenarmband (vorbehaltlich der individuellen Zustimmung des Patienten). Selbstverständlich ersetzen die Armbänder nicht das persönliche Gespräch. So lange ein Patient handlungsfähig ist, wird er vom medizinischen Personal zunächst befragt, erst danach erfolgt ein Blick auf das Armband. Die Armbänder sollen die Patienten vor allem dann schützen, wenn sie nicht ansprechbar sind – beispielsweise unter Narkose – oder wenn sie sich auf Grund der Erkrankung oder Medikation nicht äußern können.

Auf dem Band werden Name, Geburtsdatum und eine für jeden Patienten individuelle Fallnummer als Barcode aufgedruckt. Angaben über Diagnose oder Therapie enthält das Armband nicht. Verwechslungen aufgrund falscher Namen oder unleserlicher Handschriften sind somit ausgeschlossen. Die Armbänder sind so ausgestattet, dass Waschen, Duschen und Desinfizieren problemlos möglich sind.

Quelle: Universitätsklinikum Halle