Architekturwettbewerb für „Tor“ zur Leipziger Straße ist entschieden

H.Jost stellt Siegerentwurf vor. (c)tannertext
H.Jost stellt Siegerentwurf vor. (c)tannertext
H.Jost stellt Siegerentwurf vor. (c)tannertext

Die obere Leipziger Straße, auch im Bereich der Martinstraße, war einst von Gründerzeitbauten in kleinteiliger Bauweise bestimmt, die an das Niveau des Grundes angepasst waren. Das änderte sich mit der Neubebauung in den 1960er und 1970er Jahren. Zu dieser Zeit wurde an dieser Stelle ein großflächiger Platz konzipiert, durch den die Martinstraße abgekoppelt wurde und die Dorotheenstraße neu entstanden ist. Ein Höhenunterschied entstand und fensterlose Hauswände wurden sichtbar.

Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr.Im Sommer wurde von der HWG ein Wettbewerb ausgerufen, um die bauliche Situation an dieser Stelle zu ändern. Am 17. Oktober nun wurden die Ergebnisse bekanntgegeben. Christian Zeigermann (Foto) – Abteilungsleiter Technik HWG – erläuterte zunächst die Ziele des Wettbewerbs, bei dem es um den Quartierschluss Martin- Dorotheenstraße ging. Im Unteren Bereich des Neubaus auf dem Niveau der Leipziger Straße sollte weiterhin der Markt von Partner Edeka zugänglich sein und im oberen Bereich sollen ca. 100 altersgerechte 2Raum-Wohnungen entstehen. Auch eine gemeinschaftlich zugängliche Dachterrasse ist angedacht. Ziel ist ein gut funktionierender Ersatzneubau in städtebaulicher Qualität. Nach Abschluss der Planungsarbeiten ist Anfang des Jahres 2015 der Abriss geplant und Ende 2015 soll der Neubau beginnen.

Harry Jost, der als externer Sachverständiger hinzugezogen wurde, erläuterte die Wettbewerbsbeiträge, die aus einem nicht offenen anonymen Wettbewerb entstanden. Hierzu wurden fünf regionale Architekturbüros eingeladen. Am 16. Oktober hatte das Preisgericht, zu dem auch Vertreter der Stadt Halle gehörten, einvernehmlich den Sieger ermittelt. Maßgebend für die Entscheidung waren Aspekte der “Stadtreparatur”, aber auch das Erlangen des Baurechts, wirtschaftliche Gesichtspunkte, die energetische Umsetzbarkeit und die Schaffung einer nachhaltigen Architektur. Die endgültige Entscheidung über die Bebauung wird vom HWG-Aufsichtsrat getroffen.

Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr. Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr.Den ersten Platz (Foto links)belegte das Architekturbüro Junk und Reich Architekten aus Weimar und den zweiten Platz das hallesche Architekturbüro dietzsch und weber architekten . Mit diesen beiden Büros will die HWG nun auch in Verhandlungen treten. Beim 2. Sieger (Foto rechts) gefiel u.a. eine Serpentine für Rollstuhlfahrer und die Öffnung zur Martinstraße sowie die Parkhaus-Lösung. Auch attraktive Wohnungen mit innenliegendem Balkon gefielen der Jury. Der Entwurf vom Architekturbüro Junk und Reich präsentiert sich als “kraftvoll auftretendes Gebäude” (O-Ton Jost), mit Fassaden, die Akzente setzen und gefiel auch wegen einer angenehmen Lösung zur Überwindung des Höhenunterschiedes. Die Wohnungen bieten weite Ausblicke, geplant sind Loggien.
Die HWG geht von Kosten von ca. 15Mio Euro aus. Nach der endgültigen Entscheidung für einen Entwurf sollen noch in diesem Jahr die Planungsarbeiten beginnen. Die Wohnungen sollen einzeln vermietet werden, auch an jüngere Mieter. Alle Entwürfe sind vom 21. Oktober bis 1. November im HWG-Gebäude zu besichtigen.

Gisela Tanner www.tannertext.de

Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr. Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr. Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr. Archtekturwettbewerb Leipziger- Dotothehenstr.