Arbeitsmarktprognose: Vergleichsweise schwaches Beschäftigungswachstum in Sachsen-Anhalt erwartet

©Foto: Bundesagentur für Arbeit

Während die Arbeitslosigkeit weiter sinkt, wird Sachsen-Anhalt bei Beschäftigungswachstum wohl im Ländervergleich einen hinteren Platz belegen.

Die Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben ihre Arbeitsmarktprognose für das laufende Jahr angepasst. Grundlage der Anpassung: Ein bundesweit erwartetes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,1 Prozent für das laufende Jahr. Demnach wird das Beschäftigungswachstum zwischen Arendsee und Zeitz weiterhin nur vergleichsweise schwach verlaufen. Die IAB-Experten prognostizieren in ihrer aktuellen Mittelwert-Rechnung für 2018 durchschnittlich 803.800 Beschäftigte in Sachsen-Anhalt, 10.700 mehr als im Jahresdurchschnitt 2017. Das Wachstum läge damit bei 1,3 Prozent. Im Vergleich zu den Mittelwertszenarien der anderen Bundesländer wäre das zusammen mit Thüringen der schwächste Wert. In Ostdeutschland soll die Beschäftigung 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent wachsen, bundesweit um 2,3 Prozent.

 

„Die demografische Entwicklung und der damit verbundene altersbedingte Rückgang der Erwerbspersonen führen zu einem Mangel an Fachkräften. Das hat letztendlich Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung und die Wirtschaftsleistung im Land, erklärte der Chef der Arbeitsagenturen in Thüringen Kay Senius.

 

Die Demografie wirkt sich im Zusammenspiel mit der stabilen Konjunktur auch auf die Arbeitslosigkeit aus. Die Zahl der Arbeitslosen wird laut IAB-Prognose auch 2018 in Sachsen-Anhalt spürbar sinken. Im Mittelwertszenario rechnen die Forscher mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 89.400. Das wären 7.600 Arbeitslose weniger als im Jahresdurchschnitt 2017 und entspricht einem Rückgang von 7,8 Prozent. Damit liegt Sachsen-Anhalt beim Rückgang der Arbeitslosigkeit aber unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer. Im Osten soll – so die IAB-Wissenschaftler – die Arbeitslosigkeit nämlich um 9,2 Prozent sinken, im Bundeschnitt um 7,9 Prozent.

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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