„Annie“ rockt die Oper Halle

Ensemble © Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Falk Wenzel

[© Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH, Falk Wenzel]   Es ist wieder Musical-Time an der halleschen Oper. Ein begeistertes Publikum feierte am vergangenen Wochenende die Premiere von „Annie“, einem Musical aus der Feder von Thomas Meehan, Charles Strouse und Martin Charnin. Schon am Broadway hat sich dieses Stück mit großem Erfolg bewährt. In Halle ist daraus ein Mehrspartenstück geworden, bei dem Schauspieler des neuen und des Thaliatheaters, Sänger des Kinder- und Jugendchores der Oper und die Staatskapelle Halle unter der musikalischen Leitung von Peter Schedding mitwirken. Die Handlung des Stückes passt direkt in die Vorweihnachtszeit, ist ähnlich auch in anderen Werken zu finden und doch immer wieder berührend. Kind aus ärmlichen Verhältnissen träumt von einem besseren Leben, kommt zufällig mit einem  (zunächst) mürrischen Vertreter der reichen Oberschicht zusammen, erweicht schließlich dessen Herz und am Ende wird alles gut.

Besagtes Kind ist in diesem Fall „Annie“, die in einem Waisenhaus lebt, weil ihre Eltern sie aus vielerlei Gründen dort zurückgelassen haben. Zusammen mit den anderen Heimbewohnerinnen wird sie von der Leiterin Miss Hannigan malträtiert, und das ohnehin schon armselige Leben ist so noch schwieriger zu ertragen. Glücklicherweise verfallen die Kinder trotzdem nicht in Schwermut, sondern machen der ungeliebten Heimleiterin, die mit ihren Ecken und Kanten wunderbar von Danne Suckel interpretiert wird, das Leben schwer und lehnen sich mit ihrem Song „It’s a hard knock life!“ gegen die Waisenhausleiterin auf. Versuche Annies, dem Heim zu entfliehen und die wahren Eltern zu finden enden erfolglos. Doch dann kommt unerwartet Grace Farrell ins Spiel. Sie ist Angestellte des Milliardärs Oliver Warbucks  (Peter W. Bachmann), der zur Imagepflege seine soziale Seite zeigen und ein Waisenkind über Weihnachten aufnehmen möchte. Ausgerechnet Annie ist nun die Glückliche, die von Grace in die prunkvollen Gemächer Oliver Warbucks geführt wird. Dank ihrer unbekümmerten unverstellten Art gewinnt sie das Herz des Milliardärs und der versucht sogar, ihre wahren Eltern zu finden, doch da gibt es noch allerlei Komplikationen.

Dass die Premiere so begeistert von den Zuschauern aufgenommen wurde, hat viele Gründe.  Regisseur Peter Dehler hat das Musical trotz des ernsten Hintergrunds mit einem Augenzwinkern inszeniert. Nicht nur das Bühnenbild von Birgit Voß, auch die Kostüme von Cordula Erlenkötter sorgten für den passenden Rahmen. Die Schauspieler des neuen Theaters wie Danne Suckel und  Peter W. Bachmann konnten wieder einmal beweisen, dass sie auch musikalisch so einiges drauf haben, genau wie Andreas Range in mehreren Rollen und  Till Schmidt als Roosevelt. Besonders beeindruckend war die Professionalität, mit der die Sänger des Kinder- und Jugendchores der Oper die Sache angingen, allen voran Emma Michaelis als Annie. Auch die Tanzeinlagen (Choreografie Rafał Zeh) waren überzeugend und mitreißend. Die Spielfreude der jungen Sänger war direkt ansteckend und führte zu ständigem Zwischenapplaus. Den musikalischen Rahmen setzte gewohnt professionell die Staatskapelle Halle, die unter der Leitung von Peter Schedding wahres Broadway-Feeling aufkommen ließ.

Übrigens, der Kinder- und Jugendchor hat sich in drei gleichrangige Ensembles aufgeteilt, die Premiere am 3.1. 2018 bestritt Ensemble Gelb, am 11.11. hat Ensemble Grün Premiere und am 25.11. Ensemble Blau. Noch sind für alle Vorstellungen Karten bzw. Restkarten vorhanden.

Ein Besuch des Musicals ist auf jeden Fall empfehlenswert.

 

Gisela Tanner

Mehr lesen …