Am 5. Juni Premiere von LUCIO CORNELIO SILLA – Oper von Georg Friedrich Händel

Foto: T.Mergen
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Die Bühnen Halle informieren:

Händels Oper „Lucio Cornelio Silla“ gelangt am Freitag, den 5. Juni um 19.00 Uhr als diesjährige Gemeinschaftsproduktion von Oper Halle und den Händel-Festspielen in der Oper Halle zur Premiere.

Sie basiert auf dem Leben von Lucius Cornelius Sulla Felix (138 v.Chr. – 78 v.Chr.), der als einer der grausamsten Tyrannen Roms gilt. Seine Herrschaft zwischen 82 und 79 v. Chr. war geprägt von politischem Kalkül und unberechenbarer Willkür.

Das Libretto für die Oper, die Georg Friedrich Händel 1713 schrieb, entwickelte der Dichter Giacomo Rossi auf der Grundlage der „Parallelen Lebensbeschreibungen“ des Plutarch. Dabei griff er einzelne Aspekte der Biografie Sullas auf, die er für die Opernhandlung komprimierte. Dessen Grausamkeit und Unberechenbarkeit werden ebenso thematisiert wie sein Leben als Wüstling, der seine Ehefrau betrügt und verschiedene Frauen zwingen will, sich ihm hinzugeben. So entstand ein Werk, das ein kompaktes Porträt eines Diktators entwirft, der in seiner Hybris und seiner Verachtung gegenüber anderen selbst vor seinem unmittelbaren Umfeld nicht Halt macht. Händel unterstreicht mit seiner Musik, die von großer Eleganz ist, die Hinterhältigkeit seiner Hauptfigur ebenso wie den kämpferischen Mut seines Rivalen Claudius. Bis vor gut 20 Jahren war „Lucio Cornelio Silla“ einzig durch Fragmente aus Händels Originalmanuskript und eine Dirigierpartitur bekannt. Hinzu kam noch die in Kalifornien gefundene Ausgabe des gedruckten Librettos. Auf diesen Quellen basiert die Rekonstruktion der Oper, die eine Wiederaufführung des Werkes erst möglich machte. So war sie u.a. 1993 bereits konzertant in Halle im Rahmen der Händel-Festspiele zu erleben.

Als Erstaufführung der Hallischen Händel-Ausgabe wird „Lucio Cornelio Silla“ 2015 erstmals in einer Inszenierung von Stephen Lawless auch szenisch in der Saalestadt zu sehen sein. Lawless konzentriert sich in seiner Inszenierung auf das Psychogramm eines Diktators, der selbst nach seiner Niederlage nicht von der Macht lassen kann und sein Umfeld tyrannisiert.

Der Regisseur Stephen Lawless gastiert nach ARIODANTE für die Neuinszenierung von LUCIO CORNELIO SILLA im Rahmen der Händel-Festspiele 2015 erneut an der Oper Halle. Von 1986 bis 1991 war er Produktionsleiter bei der Glyndebourne Touring Opera, für die er u.a. DEATH IN VENICE erfolgreich inszenierte, die von BBC im Fernsehen übertragen und aufgezeichnet sowie 1992 beim Glyndebourne Festival gezeigt wurde. Sein Regiedebüt BORIS GODUNOW an der Kirov Opera in Leningrad (Sankt Petersburg) wurde als erste Live-Übertragung einer Oper aus der ehemaligen Sowjetunion im britischen Fernsehen ausgestrahlt. Zu den wichtigsten Stationen seiner Karriere zählen u.a. die Staatsoper Wien (BORIS GUDONOW), die Metropolitan Opera New York (DON GIOVANNI), die New York City Opera (DER FLIEGENDE HOLLÄNDER, DAPHNE, CAPRICCIO, SEMELE und CAVALLERIA RUSTICANA/I PAGLIACCI), die Opernhäuser in Washington (u.a. IL TROVATORE, L’ELISIR D’AMORE und DER FLIEGENDE HOLLÄNDER), Los Angeles (UN BALLO IN MASCHERA, IL TROVATORE, L’ELISIR D’AMORE, DON PASQUALE und FALSTAFF), San Francisco (CAPRICCIO and BORIS GODONOV) und Chicago (LE NOZZE DI FIGARO und LA BOHÈME), das National Performing Arts Centre in Beijing (DIE FLEDERMAUS), das Bolschoi-Theater Moskau (DER ROSENKAVALIER), das Mariinski-Theater St. Petersburg, die Deutsche Staatsoper Berlin (Scarlattis GRISELDA), die Staatsoper Nürnberg(SALOME und DER RING DES NIBELUNGEN), das Teatro La Fenice in Venedig (BORIS GODONOV und UN BALLO IN MASCHERA) und das Teatro Real Madrid.

Freitag, 5. Juni 2015, 19.00 Uhr in der Oper Halle

LUCIO CORNELIO SILLA

Oper von Georg Friedrich Händel [hwv 10]

Libretto von Giacomo Rossi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Hallesche szenische Erstaufführung
Gemeinschaftsproduktion der Oper Halle und der Händel-Festspiele Halle

 Musikalische Leitung Enrico Onofri | Inszenierung Stephen Lawless | Bühne und Kostüme Frank Philipp Schlößmann | Mit Filippo Mineccia (Silla), Romelia Lichtenstein (Metella),

Jeffrey Kim (Lepido), Ines Lex (Flavia), Antigone Papoulkas (Claudio), Eva Bauchmüller (Celia), Ulrich Burdack (Il dio / Scabro)

Händelfestspielorchester Halle auf historischen Instrumenten

Quelle: Bühnen Halle