Am 25. April ist wieder „Girls Day“

Am 25. April ist wieder „Girls Day“. Noch immer beherrschen Klischees die Berufswahl. An dem bundesweit stattfindenden Berufsorientierungstag probieren sich deshalb in Sachsen-Anhalt Mädchen in „klassischen“ Männerdomänen aus: Sie gehen in Metallbetriebe, Chemielabore, Ingenieurbüros oder Handwerksbetriebe und erweitern ihr Berufswahlspektrum. Seit drei Jahren mischen auch Jungen mit: Ob im Kindergarten, im Altenheim oder Krankenhaus – beim Boys‘ Day entdecken sie von ihnen bisher wenig beachtete Berufe, in denen auch Männer willkommen sind.

„Der Blick über den Tellerrand hinaus ist unheimlich wichtig. Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Leider sind junge Menschen diesbezüglich sehr altmodisch und orientieren sich stark an Geschlechterklischees“ sagte der Chef der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen anlässlich des Girls Day in Halle. So sei etwa das Berufswahlspektrum junger Frauen viel zu eng.

Rund 50 Prozent der Mädchen konzentrieren sich auf 10 Berufe

Viele Chancen blieben deshalb ungenutzt, so Senius weiter. So werde die Liste der bei Bewerberinnen beliebtesten Berufe in Sachsen-Anhalt weiterhin von der Verkäuferin (12 Prozent), der Bürokauffrau (10 Prozent) und der Verwaltungsfachangestellten (7,7 Prozent) angeführt. Insgesamt 51 Prozent der 3.800 derzeit bei den Arbeitsagenturen gelisteten Bewerberinnen wollten einen der sogenannten TOP 10 Berufe ergreifen. Darunter sei kein einziger technischer Beruf.

„Wir haben in Deutschland 345 Ausbildungsberufe. Diese eingeschränkte Berufswahl schafft Probleme für die Bewerberinnen. Auf der einen Seite durch die große Konkurrenz, zum anderen suchen sich junge Frauen Berufe aus, die in der Regel schlechter bezahlt sind“, erklärte Kay Senius. Er verwies darauf, dass insbesondere in den technischen Berufen Fachkräfte gesucht würden. Viele Betriebe würden gerne auch mehr Mädchen einstellen, weil diese häufig besonders gute schulische und persönliche Voraussetzungen mitbringen. „Aber in der Vorstellung der Mädchen hängt diesen Berufen oft das Image an, trocken und „menschenfern“ zu sein“, sagte Senius. Im Gegensatz dazu kompensierten junge Männer die Nachteile, die sie Aufgrund ihrer Abschlussnoten hätten, häufig durch die Wahl Ihrer Berufsfelder, die in der Regel später eine höhere Bezahlung und bessere Karrierechancen böten.

Sie sollten bei der Auswahl aber auch verstärkt soziale Berufe mit einbeziehen. Insbesondere im Bereich Pflege sei der Fachkräftebedarf groß und die Chancen gut.

Eltern müssen ihre Kinder bei der Berufswahlentscheidung aktiv unterstützen

Senius appellierte an die Eltern, ihre Kinder bei der Berufswahlentscheidung aktiv zu unterstützen: „Ein persönliches Gespräch bei der Berufsberatung der örtlichen Arbeitsagentur kann Eltern und Kindern dabei helfen, die gesamte Bandbreite der Berufswelt kennen zu lernen, neue Informationen zu strukturieren und berufliche Perspektiven jenseits der Geschlechterklischees auszuloten.“

Quelle: BA regional