Aktuelles und Hinweise zum Hochwasser – Alarmstufe 4 in Halle

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©tannertext

Nicht nur an der Giebichensteinbrücke sind die Zugänge zur Saale, auch für Fußgänger, gesperrt. Vor den gefährdeten Gebäuden wurden Sandsäcke gestapelt. Der Eingang zum „Krug “ steht untert Wasser. In der Stadt Halle ist die Hochwasseralarmstufe 4 ausgelöst worden. Am Unterpegel Trotha ist die Marke von 6,30 Metern überschritten worden. Pegelstände von bis zu 6,80 Metern im Laufe des Tages sind nicht auszuschließen. Der Krisenstab in Halle arbeitet ununterbrochen. die ersten Evakuierungen wurden vorgenommen. Die Verantwortlichen bitten, vom Katastrophentourismus abzusehen, um die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu gefährden.

 Bürger-Info-Telefone sind mit folgende Rufnummern geschaltet: 0345/221 51 33, -34 und -40.

Einsatzschwerpunkte und Sperrungen

Die Deiche Passendorfer Damm und Gimritzer Damm werden am Vormittag unter anderem durch DLRG-Experten und Wasserwirtschaftler genaustens auf mögliche Belastungsschäden geprüft. Am Gimritzer Damm wird der Einsatz des mobilen Dammschlauches geprüft, der bereits 2011 erfolgreich zum Einsatz kam.

Der Hafen in Trotha ist ebenso überflutet, wie die Talstraße und Teile des Riveufers. Gesperrt ist außerdem die Zufahrtsstraße zwischen Silberhöhe und Hohenweiden. Für die Talstraße wird die Bereitstellung von vier Dixie-WC geprüft. Sand steht ausreichend zur Verfügung. Besitzer parkende Autos sind in der Nacht informiert worden. Das Pflegeheim in der Ankerstraße steht unter Beobachtung. Derzeit läuft die Evakuierungsabstimmung.

Der Ratswerder muss komplett gesperrt werden. Die Vorbereitungen dazu laufen. Die Feuerwehr wird 600 Sandsäcke an die Betroffenen vor Ort liefern. Die dortige Kita (44 Kinder) wird evakuiert.

In der Franz-Schubert-Straße und der Ankerstraße besteht die Gefahr, dass in den nächsten Stunden die Keller volllaufen. Die Feuerwehr informiert vor Ort.

Zuspitzen wird sich die Situation durch steigende Wasserstände im Bereich der Halle-Saale-Schleife und in der Willy-Grothe-Straße im Burgholz. In diesem südlichen Ortsteil steigt die Evakuierungsbereitschaft unter den Betroffenen. Ein entsprechendes Angebot besteht bereits seit gestern Vormittag. Die DLRG ist mit Boten vor Ort. In der vergangenen Nacht sind noch einmal 300 Sandsäcke ausgeliefert worden. In Planena mussten in der Nacht Energieabschaltungen vorgenommen werden. Ein DLRG-Boot ist vor Ort.

Das Gut Gimritz ist vom Wassereingeschlossen. Die betroffenen Bewohner sind über die Lage informiert und stehen mit der Leitstelle in Kontakt. Ein Boot der Wasserrettung steht unmittelbar zur Verfügung. Die Kinder und Erzieherinnen der Kita auf dem Gut sind in einer Einrichtung in der Luisenstraße untergebracht worden.

Der Peißnitzhaus-Verein hat die Feuerwehr um Mithilfe bei der Sicherung des Peißnitzhauses gebeten. Eine DLRG-Bootsbesatzung wird entsprechend unterstützen.

Die Brunnen-Galerie in Halle-Neustadt wird ständig kontrolliert. Sie arbeitet problemlos. Zusätzliche Pumpen sind einsatzbereit.

Hinweise, Sandsäcke, Bürgertelefon und Helfer

Auf dem Gelände der Stadtwirtschaft befüllen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Sandsäcke. Eingesetzt waren bzw. werden Wehren u.a. aus Dölau, Kanena, Passendorf und Lettin.

Auf dem Parkplatz am Waldkater können sich Bürger seit 7 Uhr mit Sand und Sandsäcken (Stück/50 Cent) versorgen.

Bürgerinnen und Bürger, die die Einsatzkräfte unterstützen wollen, können sich unter den Bürgertelefonen melden. Einsatzmöglichkeiten bestehen u.a. in der Sandbefüll-Station am Waldkater.

Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger sind von der überfluteten Bereichen fernzuhalten und Hochwasser-Tourismus zu vermeiden, um die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu behindern. Der erweiterte Krisenstab trifft sich morgen 10 Uhr erneut.

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Stand gestern 22.Uhr
Gestern um 20 Uhr stiegen in Trotha die Pegel auf 5,95 Meter. Bis Montagabend kann ein Niveau von über 6.30 Metern (Hochwasserwarnstufe IV) erreicht werden. Den Prognosen zu Folge, nimmt der Druck auf die Deiche zu. Alle nötigen Kräfte sind im Einsatz beziehungsweise in Bereitschaft. Mehr als 8000 gefüllte Sandsäcke standen für die Deichsicherung zur Verfügung. Die Befüllung wurde heute um 8 Uhr fortgesetzt.

Für die Bevölkerung werden auf dem Parkplatz am Waldkater auch heute wieder ab 7 Uhr Sand und Sandsäcke (Stück 50 Cent) zur Verfügung gestellt.

Die Deiche Gimritzer Damm und Passendorfer Damm wurden auch über Nacht permanent kontrolliert. Kompliziert ist die Lage im südlichen Ortsteil Burgholz. Der Bereich ist nicht mehr per Fahrzeug erreichbar. Sechs Kräfte der DLRG sind über Nacht mit einem Boot vor Ort und stehen den Betroffenen zur Seite. Ein Pendelverkehr ist möglich. Die Stromversorgung ist lagebedingt unterbrochen. Der vorhandene Laufsteg wird im Laufe des heutigen Tages noch einmal erweitert. Die Brunnen-Galerie in Halle-Neustadt wird regelmäßig überprüft. Ersatz- und Ergänzungspumpen stehen bereit.

Ebenfalls ohne Strom ist die Wilhelm-Grothe-Straße. Drei Schalttrupps der Stadtwerke sind im Havariefall im Einsatz bzw. in Bereitschaft.Der Ortsteil Planena war am Sonntagabend noch erreichbar. Die Lage am Ratswerder ist angespannt. Zu den Anwohnern des Gutes Gimritz besteht Kontakt. Der dortige Kindergarten ist durch das Hochwasser nicht erreichbar. Der Einsatzstab prüft die Unterbringung in anderen Einrichtungen. Die Eltern werden durch Ordnungskräfte an den Zufahrten zum Gut Gimritz auf die Alternativen hingewiesen. Das Rive-Ufer wurde gesperrt. Die Kioske sind bereits geräumt.

Für mögliche Evakuierungen ist mit der Grundschule Radewell, in der Regensburger Straße 35 eine Alternative gefunden worden. Rund 18 Betreuer von Hilfsorganisationen stehen in Bereitschaft.

In der Feuerwache Halle-Neustadt ist der Krisenstab auch über Nacht einsatzbereit. Der erweiterte Krisenstab traf sich heute 7 Uhr erneut bzw. steht in Bereitschaft.

Quelle: Stadt Halle
Fotos: ©sr-gt