„Pas de deux – Ein Schritt für zwei“ – neue Ausstellung im Händelhaus

Foto: ©G.Tanner
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Im Jahr 2011 wurde Clemens Birnbaum, Direktor des Händelhauses, während der Verleihung des Kunstpreises der Stiftung Saalesparkasse auf die Preisträgerin Sonja Schrader aufmerksam. Die Künstlerin ist Absolventin der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Es kam zu einem anregenden Dialog, in dem der Händelhausdirektor Sonja Schrader kennenlernte und ihr historisches Interesse entdeckte. Die Idee zu einer Ausstellung war geboren und so öffnet am 10. April 2015 die Schau „Pas de deux – ein Schritt für Zwei“, die gleichzeitig eine Reminiszenz an den 100. Geburtstag der halleschen Kunsthochschule ist.

Die Sonderausstellung „Pas de deux – Ein Schritt für zwei“ – thematisiert den Dialog der Künstlerin Sonja Schrader mit der Tänzerin Marie Sallé. Kuratiert wird sie von Dr. Konstanze Musketa, Stiftung Händel-Haus und Sonja Schrader. Die Ausstellung zeigt die unterschiedlichen Wirkungsweisen der beiden Künstlerinnen.
Die französische Tänzerin Marie Sallé (um 1707–1756), die eine Zeitgenossin Georg Friedrich Händels war, setzte sich über Konventionen hinweg. So entledigte sie sich der einschnürenden Kleider, in dieser Epoche ein „No-Go“. Das französische Ballett des Barock wurde durch die Künstlerin revolutioniert, sie setze sich über formstrenge Figuren hinweg und sorgte so für Begeisterung, aber auch für Kritik und Anfeindungen. schon mit 10 Jahren arbeitete sie mit Händel in der Oper Rinaldo zusammen, später auch in der Oper Alcina.

Die Künstlerin Sonja Schrader setzt sich in der Ausstellung mit den Ideen des Barock auseinander. Sie baut Hilfsmittel für die anspruchsvollen Figuren des Balletts und thematisiert sie als „Technische Stützen/Gebaute Leichtigkeit“. Unterstützt wird der Dialog der Künstlerinnen durch mehrere Filmeinspielungen in den Ausstellungsräumen, die das Händelhaus großzügig zur Verfügung gestellt hat.

„Pas de deux“ nimmt Bezug auf den dialogischen Tanz beider Künstlerinnen durch die Räume des Händel-Hauses. Dem Besucher steht zu Beginn seines Streifzuges durch die Ausstellungsräume eine Hülle zur Verfügung, um die einzelnen Blätter, die in den Ausstellungräumen wie Abreißkalender angebracht sind, einzusammeln.

Spielerisch geht es in einem eingerichteten „Jugendzimmer“ zu, das von den Besuchern auch betreten werden kann und mit einer Malecke für die jüngeren Besucher ausgestattet ist. Um das Bett herum sind Poster und „Fan-Artikel“ der damaligen Idole angebracht und immer wieder begegnen den Ausstellungsbesucher die technischen Stützen von Sonja Schrader, die sie auch selbst ausprobiert hat.

Die Eröffnung der Ausstellung am 10. April um 17.00 Uhr ist für die Öffentlichkeit zugänglich und wird von Studierenden des Institutes für Musik der MLU musikalisch begleitet. Clemens Birnbaum und Prof. Dieter Hofmann, Rektor der halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein, werden die Besucher begrüßen.

Gisela Tanner

Neu Ausstellung im Händelhaus Sonja Schneider, Clemens Birnbaum, Konstanze Musketa (v.l.)

Neu Ausstellung im Händelhaus Einzelne Blätter zur Ausstellung

Neu Ausstellung im Händelhaus Sonja Schneider stellt ihre „technischen Stützen“ vor

Neu Ausstellung im Händelhaus Marie Sallé befreit sich vom Korsett